Ausgewählte Kläranlagen erhalten eine zusätzliche Reinigungsstufe. | © Martin Abegglen, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Ausgewählte Kläranlagen erhalten eine zusätzliche Reinigungsstufe. | © Martin Abegglen, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Jetzt wird bei den Kläranlagen aufgerüstet

  • Amanda Buol
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Rückstände von organischen Chemikalien in unseren Flüssen und Seen können sich nachteilig auf Wasserlebewesen und Trinkwasserressourcen auswirken. Um die Belastung durch solche Mikroverunreinigungen zu reduzieren, werden in den kommenden Jahren ausgewählte Kläranlagen mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe nachgerüstet. Ein Dossier des BAFU liefert die wichtigsten Fakten zum laufenden Ausbau, Finanzierung und Auswirkungen.

Im Alltag kommen Tausende von organischen Chemikalien zum Einsatz, deren Rückstände als Mikroverunreinigungen in die Gewässer gelangen. Dort können sie sich auf Wasserlebewesen auswirken und Trinkwasserressourcen belasten. Die Quellen dieser Verunreinigungen sind dabei unterschiedlich. Trotz gutem Ausbaustandard können die Abwasserreinigungsanlagen (ARA) derartige Rückstände kaum noch eliminieren.

Mit der Revision des Gewässerschutzgesetzes hat das Parlament deshalb die Grundlagen geschaffen, damit ausgewählte Kläranlagen mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe zur Entfernung dieser Mikroverunreinigungen ausgerüstet werden. Dabei werden Ziele verfolgt wie der Schutz der Tier- und Pflanzenwelt, die Qualitätssicherung der Trinkwasserressourcen sowie die Reduktion der ins Ausland abgeleiteten Menge an Spurenstoffe.

Die Massnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität orientieren sich an den oben genannten Zielen. Aus diesem Grund werden Kläranlagen an Fliessgewässern mit einem hohen Abwasseranteil, sowie in Einzugsgebieten von Seen ausgebaut. Dabei wird bei der Wahl der geeigneten Technologie freie Hand bei den Betreibern gelassen. Bisher kam für die zusätzliche Reinigungsstufe das Verfahren mit Ozon oder Pulver-Aktivkohle am ehesten in Frage.

Zwei Anlagen haben die erforderliche Reinigungsstufe bereits installiert, wie das BAFU mitteilt. So funktioniere die ARA Neugut in Dübendorf (ZH) seit März 2014 mit einer Ozonbehandlung, während die ARA Bachwis in Herisau (AR) das Abwasser vor der Einleitung in die Glatt seit Juni 2015 mit Pulver-Aktivkohle filtere. Beide Anlagen reduzieren die Mikroverunreinigungen im Dauerbetrieb wie gewünscht um 80 Prozent.

Weitere Informationen erhalten Sie hier »

Über Mikroverunreinigungen informiert die Plattform www.micropoll.ch

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