© Martin Mecnarowski [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons
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Jetzt ist es gewiss: Luchs «Alus» wurde Opfer von Wilderern

  • Julia Hatzl
  • 1

Mitte Mai 2017 wurde ein toter Luchs bei Baggerarbeiten in einem Stausee in Bayern gefunden. Ohne Kopf und ohne Vorderpfoten. Nun ist es gewiss: Der Luchs viel Wilderern zum Opfer.

Der Verdacht, dass das Tier Wilderern zum Opfer gefallen ist, war von Anfang an stark. Bei Kiesabbauarbeiten im Saalachersee entdeckte ein Baggerfahrer die Überreste eines toten Luchses. Dem Tier fehlten Kopf und Vorderpfoten. Dass die Körperteile durch die Baggerarbeiten abgetrennt wurden, war sehr unwahrscheinlich, da am Kadaver sonst keine Verletzungen festgestellt werden konnten.

Die Obduktion der Überreste des zehnjährigen Luchsmännchens konnte den Verdacht nun beweisen: Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern konnten in den Überresten Geschossteile nachgewiesen werden. Die Geschosspartikel werden derzeit im Landeskriminalamt in München untersucht, die Polizei erhofft sich Hinweise auf den Täter. Luchse sind extrem selten in Bayern. Auch im Bayerischen Wald werden die Raubkatzen systematisch gewildert, ohne dass die Polizei bisher auch nur einen Fall aufklären konnte.

„Es ist denkbar, dass der Luchs, der immer wieder im Grenzgebiet unterwegs war, auf österreichischem Staatsgebiet getötet wurde und von der Saalach in den Saalachsee geschwemmt wurde“, erklärt Christian Pichler vom WWF.

«Alus» war Teil des Artenschutzprojekts

Bei dem toten «Alus» handelt es sich um einen Luchs aus einem Artenschutzprojekt des WWF Österreich in Zusammenarbeit mit Wildbiologen und Wissenschaftlern aus Italien. Alus war im April 2014 im Friaul ausgewildert worden, verlor kurz nach der Aussiedlung seinen Sender und tauchte 2015 im Salzburg-Bayerischen Alpenraum auf, wo er sich für die letzten Jahre auch weiterhin aufhielt. Zuletzt konnte die Münchner Gregor Louisoder Umweltstiftung ihn im Mai per Fotofalle nachweisen.

«Alus» und ein gleichzeitig ausgewildertes Weibchen sollten gemeinsam mit den ein bis zwei im Friaul ansässigen Luchsen dazu beitragen, einen kleinen Luchsbestand im Dreiländereck Österreich-Italien-Slowenien aufzubauen. Der Luchs ist durch die nationale und europäische Naturschutzgesetzgebung streng geschützt. Ganzjährig geschont, darf er nur in einem begründeten Ausnahmefall, etwa wenn Gefahr im Verzug ist, entnommen werden.

Regelmäßig verschwinden Luchse, die im Erwachsenenalter eigentlich standorttreu leben, spurlos oder werden nach Vergiftung oder Abschuss entdeckt. Claus Obermeier sagt:

„Die Politik muss Anschluss an die internationalen Bemühungen zum Schutz der Artenvielfalt finden. Es ist ein Skandal, wenn in Bayern oder Österreich vom Aussterben bedrohte Arten wie der Luchs wieder ausgerottet werden, während wir gleichzeitig von den viel ärmeren Ländern in Afrika und Asien gigantische Anstrengungen und wirtschaftliche Einbussen zum Schutz der Natur einfordern.“

Die deutsche Gregor Louisoder Umweltstiftung und der WWF haben eine Belohnung von 15.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zum Täter führen. Entsprechende Anrufe nimmt das LKA Salzburg unter der Telefonnummer 059 133 50 3333 entgegen.

1 Kommentar

  • Andrea

    Für so eine makabre Tat gibts keine Worte.Dem jenigen sollte man das selbe antun.Hoffentlich wird dieses Monstrum von Mensch ausfindisch gemacht und ordentlich für seine brutale Tat sehr hart gestraft.

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