Ab Frühling 2019 gibt es im Sortiment von Jelmoli kein Echtpelz mehr zu kaufen. Ein Erfolg für den Zürcher Naturschutz. © Zürcher Tierschutz.
Ab Frühling 2019 gibt es im Sortiment von Jelmoli kein Echtpelz mehr zu kaufen. Ein Erfolg für den Zürcher Naturschutz. © Zürcher Tierschutz.

Jelmoli verzichtet in Zukunft auf Echtpelz

  • Stefanie Wermelinger
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Nach jahrelangen Verhandlungen des Zürcher Tierschutz mit Jelmoli ist man am Ziel angekommen: Bald gibt es in dem Warenhaus kein Echtpelz mehr zu kaufen. Ein Erfolg für den Zürcher Tierschutz.

Seit 2014 kämpft der Zürcher Tierschutz mit der Kampagne «echt Pelz – echt grausam» gegen tierquälerische Pelzmode an. Im Frühling 2019 wird nun der renommierte Department Store Jelmoli pelzfrei. Nach anfänglicher Kritik konnte der Zürcher Tierschutz das Traditionsunternehmen durch kompetente Beratung zu einer konsequenten, schrittweisen Reduktion des Pelzangebotes motivieren.

Ziel: Freiwilliger Verzicht auf Echtpelz

Steter Tropfen höhlt den Stein – nach diesem Motto hat der Zürcher Tierschutz im Rahmen seiner Kampagne laufend Deklarationsmängel bei Modehäusern öffentlich kritisiert und das Gespräch mit den Geschäftsleitungen gesucht. Das Ziel ist ein freiwilliger Verzicht auf Echtpelz, weil die tierquälerische Produktion in grausam engen Käfigen (ca. 85%) oder mittels brutaler Fallen (ca. 15%) ethisch inakzeptabel ist. Erste Erfolge erreichte er bereits 2016 als das Modehaus Globus bekannt gab, in Zukunft auf Echtpelz zu verzichten, wie naturschutz.ch berichtete. Auch die Läden Modissa und PKZ machten Zugeständnisse.

Jelmoli erlaubte Ladenkontrollen und Deklarationsüberprüfungen

Zu Beginn der Kampagne «echt Pelz – echt grausam» vor mehr als vier Jahren, hat der Zürcher Tierschutz neben anderen Warenhäusern auch Jelmoli wiederholt wegen Deklarationsmängeln und Pelz aus qualvoller Käfighaltung und brutaler Fallenjagd kritisiert. Im November 2016 nun war Jelmoli offen für Gespräche zum Thema Pelz. In zweijähriger vertrauensvoller Zusammenarbeit fanden Sitzungen statt, an denen Jelmoli völlig transparent sein Pelzsortiment erläuterte. Der Zürcher Tierschutz konnte dieses kritisch durchleuchten und Verbesserungsvorschläge einbringen. Jelmoli erlaubte dem Zürcher Tierschutz zudem, Ladenkontrollen durchzuführen und Deklarationsmängel zu melden. Dadurch gelang es Jelmoli, die verbleibenden Pelzartikel ab 2017 fehlerfrei und gesetzes- konform nach Tierart, Herkunft und Gewinnungsart zu deklarieren.

Zuerst wurde Echtpelz aus der Kinderabteilung verbannt

Ende 2016 entschied Jelmoli, ab 2017 vollständig auf Echtpelz aus China zu verzichten, weil die Pelzproduktion dort besonders brutal und qualvoll ist. Zudem wurde Echtpelz aus der Kinderabteilung verbannt. Nach diesem klaren Bekenntnis zu mehr Tierschutz folgte im September 2018 der Entscheid, ab April 2019 vollständig auf Echtpelz zu verzichten. Für Franco Savastano, CEO von Jelmoli, ist dies die letzte Konsequenz eines schrittweisen Prozesses: «Wir tragen die Verantwortung, nachhaltig zu agieren und unseren Kunden ein Umfeld zu bieten, mit dem sie sich zu 100 Prozent identifizieren können. Der Pelzausstieg ist ein wichtiger Meilenstein im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsstrategie.»

Selbst in der Kindermodeabteilung von Jelmoli gab es früher viel Echtpelz. © Zürcher Tierschutz.
Selbst in der Kindermodeabteilung von Jelmoli gab es früher viel Echtpelz. © Zürcher Tierschutz.

Der Druck auf andere Modehäuser steigt

Mit diesem zukunftsweisenden Entscheid nimmt Jelmoli landesweit eine Vorbildfunktion ein. Nadja Brodmann vom Zürcher Tierschutz freut sich sehr über diesen grossen Erfolg und ist zuversichtlich, dass Echtpelz bald der Vergangenheit angehört: «Mit dem wegweisenden Pelzausstieg von Jelmoli steigt der Druck auf andere Modehäuser, endlich Farbe zu bekennen und tierquälerische Pelzwaren auszulisten.»

Weitere Informationen zum Schweizerischen Pelzhandel und den Vorschriften zur Deklaration finden Sie hier.

Ist Ihr Pelz echt? Oft ist es schwierig von Auge zu erkennen, ob es sich um Echtpelz handelt oder nicht. Hier 3 einfache Tipps, wie man Echtpelz erkennt:

  1. Pusten Sie drauf: Echtpelz bewegt sich schon beim kleinstem Windhauch.
  2. Streichen Sie die Haare auseinander: Ist das darunterliegende Gewebe Leder ist es Echtpelz. Ist es gewebter Stoff dann handelt es sich um Kunstpelz.
  3. Zünden Sie ein paar Härchen an: Riecht es nach verbranntem Haar ist es Echtpelz. Künstlicher Pelz riecht hingegen nach verbranntem Plastik.

Mehr dazu finden Sie auf hier.

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2 Kommentare

  • Jacqueline

    Bravo! Ich nerve immer alle VerkäuferInnen mit der Frage nach der Echtheit der Modeacessoires…

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  • Limburg Christine

    Da kann man nur etwas sagen: BRAVO BRAVO BRAVO Zürcher Tierschutz und JELMOLI! Und hoffentlich sieht man auch bald im Modehaus GRIEDER keine echten Pelze mehr!

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