Adonis vernalis Frühlings-Adonis

Jede dritte Schweizer Pflanze sieht rot!

  • Nora Kieselbach
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Am vergangenen Freitag, 18. Mai, fand der erste Internationale Tag der Pflanze statt. Laut WWF Schweiz hat unser Land allen Grund, diesen Aktionstag ernst zu nehmen: Die Schweiz gehört zu den Ländern, in denen europaweit am meisten Pflanzen vom Aussterben bedroht sind. Mehr als ein Drittel der Schweizer Pflanzen steht auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Problematisch ist dies vor allem deshalb, weil die Schweiz für viele Pflanzen eine besondere Verantwortung trägt.

Hauptgrund für das Pflanzensterben ist im Mittelland die intensive Bodennutzung. Gerade die Landwirtschaft erkauft sich ihre Rekordproduktion mit überhöhtem Einsatz an Dünger und Pflanzenschutzmitteln. Darunter leidet die Natur: Zahlreiche Auen, Moore und ganze 95% der Trockenwiesen sind in der Schweiz verschwunden und damit der Lebensraum vieler Pflanzenarten. „Pflanzen auf nährstoffarmen Böden finden kaum noch naturbelassene Flächen, um sich auszubreiten“, sagt Thomas Wirth, Biodiversitätsspezialist beim WWF Schweiz.

In den Bergen sind zwar weniger Arten bedroht als im Mittelland, dafür sind die Auswirkungen umso einschneidender: Viele der betroffenen Pflanzen gedeihen ausschliesslich im Alpenraum. Sterben sie dort aus, sind sie weltweit für immer verschwunden. 150 Pflanzen auf der Liste dieser sogenannten Verantwortungsarten benötigen zu ihrem Schutz deshalb dringend Massnahmen. „Die bisherigen Anstrengungen waren bei weitem nicht ausreichend, sonst wäre diese Zahl heute nicht so hoch“, meint Wirth.

Eine Verbesserung der Situation ist aber möglich. Im Rahmen der „Agrarpolitik 2014 – 2017“ werden Landwirte stärker für die umweltgerechte Nutzung extensiver Bergwiesen und –weiden entschädigt. Gleichzeitig werden Fehlanreize für die Überdüngung der Landschaft abgeschafft. Der WWF unterstützt diese wichtigen Reformvorhaben.

WWF Schweiz

Bild: © Christian Rixen / SLF

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