Java- Nashorn

Java-Nashorn in Vietnam ausgestorben

  • Stefanie Pfefferli
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Forschungsergebnisse brachten den Beweis: In Vietnam haben Wilderer das letzte Java-Nashorn getötet. Schuld daran ist auch die Passivität der vietnamesischen Behörden, kritisiert der WWF.

Die Befürchtung ist bestätigt: Die 22 Nashorn-Kotproben, die durch ein WWF-Team mit Schnüffelhunden im Zeitraum von 2009 bis 2010 im Cat-Tien-Nationalpark in Vietnam gefunden wurden, stammen alle vom selben Tier. Es wurde kurz nach Abschluss der Erhebungen im April 2010 tot aufgefunden. Wilderern haben das Nashorn erlegt. Der Kadaver des Nashorns wies eine Schussverletzung im Bein auf und das Horn war entfernt worden.

Damit wurde das letzte auf dem asiatischen Festland lebende Java-Nashorn ausgerottet. Seit den 90er Jahren setzten sich Organisationen für die kleine Population der Java-Nashörner in Vietnam ein. Doch wie ein WWF-Report zeigt, waren Vietnams Schutzbemühungen ungenügend. Das belegen auch die Zahlen anderer Arten in Vietnam wie beispielsweise des Asiatischen Elefanten, des Tigers oder des Siamesischen Krokodils, deren Bestände durch den Verlust der Lebensräume und den illegalen Handel alle stark bedroht sind. Dazu Corina Gyssler vom WWF Schweiz: „Der Verlust des Java-Nashorn steht symbolisch für eine Krise im vietnamesischen Artenschutz. Vietnam braucht mehr Wächter zum Schutz der Pärke und besser geschultes Personal. Die Behörden müssen endlich mehr Verantwortung im Kampf gegen die Wilderei übernehmen.“

Eine Wiederansiedlung des Java-Nashorns in Vietnam ist aus ökonomischen und praktischen Gründen nicht realisierbar. Schätzungen gehen davon aus, dass heute nur noch in einem indonesischen Nationalpark auf der Insel Java etwa 50 Java-Nashörner leben. Die Nashörner sind die seltensten Säugetiere der Welt. Wegen der steigenden Nachfrage nach ihren Hörnern für die traditionelle asiatische Medizin muss ihrem Schutz nun höchste Priorität beigemessen werden. Was dem Java-Nashorn in Vietnam geschehen ist, darf nicht noch einmal wiederholt werden.

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Bild: Fotofalle WWF

 

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