Birkhahn

Jagdverbot für Feldhase und Birkhuhn

  • Stefanie Pfefferli
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Die Umweltverbände Pro Natura St. Gallen-Appenzell und WWF St. Gallen begrüssen die in der Teilrevision des Jagdgesetzes des Kanton St. Gallen. Die vorgeschlagenen Änderungen, regen aber auch weitere Ergänzungen an. Die Stossrichtung des zweiten Nachtrags zum Jagdgesetz ist für Pro Natura und WWF richtig. Die Umweltorganisaionen begrüssen insbesondere die Anpassungen bei der Berechnung des Pachtzinses für die Jagdreviere, wie sie in der aktuellen Medienmitteilung schreiben. Neu sollen die Pachtzinse nur noch so hoch sein, dass alle Aufwendungen des Kantons im Bereich der Jagd gedeckt werden. Die Jäger müssen also über die Pachtzinsen keinen finanziellen Beitrag mehr an den allgemeinen Haushalt leisten.

Vernetzung fördern

Vor allem aber unterstützen die beiden Umweltverbände die Einführung einer Bestimmung, die dem Kanton die Möglichkeit gibt, Lebensraum- und Artenschutzmassnahmen zu unterstützen. WWF-Geschäftsführer Martin Zimmermann hält hierzu fest: „Der Schutz der Lebensräume nützt  nur etwas, wenn sie vernetzt sind.“ Nach Ansicht der Umweltverbände braucht es deshalb nebst Lebensraum- und Artenschutzmassnahmen klare Vorgaben zum Erhalt und zur Förderung der bestehenden Wildtierkorridore. Insbesondere ist zu verhindern, dass sich die Siedlungsgebiete in die Wanderkorridore hinein ausdehnen und bestehende Wanderhindernisse sollten bei jeder sich bietenden Gelegenheit entschärft werden. Dazu gehört auch ein Verbot von Stacheldraht, dem leider immer noch viele Wildtiere zum Opfer fallen.

Keine Jagd auf Birkhahn und Hase

Obwohl der Feldhase und der Birkhahn auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten stehen, dürfen und werden sie im Kanton St. Gallen geschossen. Deshalb regen WWF und Pro Natura in einem weiteren Antrag an, alle auf der Roten Liste aufgeführten, gefährdeten Tierarten zu schützen und künftig nicht mehr zu bejagen.

Kontrolle der Wildruhezonen ungenügend

Weitgehend ungelöst bleibt nach Ansicht von Pro Natura St. Gallen-Appenzell und WWF St. Gallen wie und vor allem von wem die Wildruhezonen kontrolliert werden. Pro Natura Geschäftsführer Dr. Christian Meienberger: „Den Gemeinden fehlt es an geeignetem Personal, um wirkungsvolle Kontrollen durchzuführen. Dazu kommt, dass Kontrollen durch private Sicherheitsfirmen nicht möglich sind, da die rechtlichen Grundlagen für Personenkontrollen fehlen.“ Dies mussten beispielsweise die Pizolbahnen im vergangenen Winter schmerzhaft feststellen, die eine Sicherheitsfirma mit der Kontrolle der Wildruhezonen beauftragte. Dabei wären verstärkte Anstrengungen zum Vollzug der Wildruhezonen wichtiger denn je. Denn diese für die Wildtiere so wichtigen Rückzugsgebiete werden leider immer wieder von Ski- und Snowboardfahrern, Schneeschuhwanderern und Spaziergängern mit Hunden gestört. Pro Natura St. Gallen-Appenzell und WWF St. Gallen verlangen daher, dass im kantonalen Jagdgesetz geregelt wird, wie und von wem die Wildruhezonen kontrolliert werden.

Weitere Informationen

Bild: Aconcagua (Wikimedia Commons)

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