Hering

Jagd auf Hering

  • Stefanie Pfefferli
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Die EU-Fischereiminister haben letzte Woche festgelegt, wie viel Fisch 2012 in Nordsee und Nordostatlantik gefangen werden darf. Der WWF zieht eine gemischte Bilanz der Entscheidungen. Er begrüsst laut Medienmitteilung die klarere Ausrichtung der Fangquoten an den wissenschaftlichen Vorgaben, kritisiert aber vor allem den Beschluss zu Nordseehering.

In der Regel einigten sich die Minister auf geringere Quotenabzüge, als die EU-Kommission vorgeschlagen hat. Dennoch wurden zahlreiche Fangmengen nach unten angepasst. Nicht so beim Nordseehering, dessen Bestand sich seit Jahren gut entwickelt. Laut WWF ist der Heringsbeschluss ein Rückfall in dunkle Zeiten, weil sich die Minister über das auf mehrere Jahre ausgelegte Management der Fischerei hinweggesetzt haben. Anstatt eines Aufschlages von 15 Prozent, die der so genannte Mehrjahresplan für Hering erlaubt hätte, wurde die Quote für 2012 mehr als verdoppelt, nachdem die Minister den Plan ausser Kraft setzten.

„Langfristige Pläne müssen die Zukunft für Europas Fischerei sein, nicht ihre Vergangenheit. Solche Vollbremsungen können die Reformbestrebungen in der Fischereipolitik gefährden“, sagt Karoline Schacht, Fischereiexpertin des WWF. „Schon mit einem Silberstreif am Horizont verfallen die Minister wieder dem riskanten und kurzsichtigen Gewinnstreben.“ Nach Ansicht des WWF wirke die immense Erhöhung um 140 Prozent wie eine Ausgleichszahlung an die Fischer, die an anderer Stelle starke Einbussen hinnehmen müssen. Langfristige Managementpläne gelten für Umweltschützer im laufenden Reformprozess der EU-Fischerei als zentrales Mittel für mehr Nachhaltigkeit.

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