Schweizer Energiekonzerne setzten immer noch auf Dreckstrom. | © Adrian Krucker, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Schweizer Energiekonzerne setzten immer noch auf Dreckstrom. | © Adrian Krucker, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Atomausstieg bis 2029

  • Cécile Villiger
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Die alternden AKW in der Schweiz sind ein Sicherheitsrisiko für Mensch, Umwelt und Wirtschaft. Die Initiative für einen geordneten Atomausstieg definiert eine maximale Betriebsdauer von 45 Jahren für Atomreaktoren. Sie ist eine Ergänzung zur Energiestrategie 2050 und schliesst eine zentrale Lücke der Gesetzgebung, findet WWF Schweiz.

Mit der Energiestrategie 2050 wurde das Neubauverbot für AKW besiegelt. Die Atomausstiegsinitiative ergänzt die Energiestrategie 2050 um die Forderung einer maximalen Laufzeit der Atomreaktoren von 45 Jahren. Denn die Schweizer AKW sind technisch für eine Betriebsdauer von 40 Jahren ausgelegt. Danach steigt das Störfallrisiko stark an, es werden Investitionen in die Sicherheit nötig. Weil aber wegen der tiefen Strompreise und den Ausfällen der alten Reaktoren der Ertrag sinkt, werden die sicherheitsrelevanten Investitionen allenfalls verzögert oder bleiben ganz aus. AKW stellen deshalb eine wachsende Gefahr für Mensch, Natur und die Wirtschaft dar. Alleine auf die AKW Gösgen und Leibstadt warten in den nächsten fünf bis zehn Jahren Investitionen von gegen einer Milliarde Franken, wenn sie weiterbetrieben werden sollen. Mit dem AKW Beznau I betreibt die Schweiz zudem den weltweit ältesten Reaktor.

Die Initiative für einen geordneten Atomausstieg definiert einen klaren Zeitplan für einen schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie bis 2029. Dies ermöglicht Planungs- und Investitionssicherheit für die ganze Schweizer Strompolitik, für die Wirtschaft sowie die kantonalen und kommunalen Elektrizitätswerke.

Dank einer Energieversorgung basierend auf erneuerbaren Energien und gesteigerter Energieeffizienz, kann künftig eine sichere Stromversorgung auch ohne fossile und atomare Energieträger gewährleistet werden. Neue Technologien und energieeffiziente Lösungen werden bereits angeboten. Sie schaffen Arbeitsplätze und sichern eine solide lokale Wertschöpfung. Insgesamt 40’000 Projekte für erneuerbare Energien stehen auf der Warteliste für die kostendeckende Einspeisevergütung für erneuerbare Energie (KEV) des Bundes bereit und können umgesetzt werden.

Mit der Vorgabe einer maximalen Betriebsdauer für Atomreaktoren stellt die Initiative eine Ergänzung zur Energiestrategie 2050 dar und schliesst eine zentrale Lücke der Gesetzgebung auf Verfassungsstufe. Deshalb unterstützt der WWF Schweiz und auch Greenpeace Schweiz die Initiative und empfiehlt, am 27. November ein JA in die Urne zu legen.

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