© Martin H. [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons
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Ist der Ersatz von Palmöl sinnvoll? 

  • Amanda Buol
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Der Verbrauch von Palmöl steigt weltweit an. Es gegen andere Pflanzenöle zu ersetzen könnte jedoch schwierig werden, heisst es in einer Studie des WWF und der Beratungsfirma Agripol.

In jedem zweiten Supermarktprodukt findet sich Palmöl. Aber nicht nur für Lebensmittel, sondern auch für Futtermittel der Nutztiere und Biodiesel wird Palmöl verwendet. Jedoch werden für die Gewinnung des Öls Hektaren tropischer Wälder gerodet und durch Monokulturen ersetzt.

Was wären aber die ökologischen Folgen, wenn Deutschland Palmöl boykottieren und durch andere Pflanzenöle ersetzen würde? Eine vom WWF Deutschland beauftragte Studie hat diese Fragestellung untersucht. Das Ergebnis zeigt, dass die Ersatzöle einen massiv höheren Flächenbedarf zur Folge haben. Ausserdem würden die Treibhausgasemissionen ansteigen und die Gefährdung von Tier- und Pflanzenarten nähmen zu. Kurz gesagt: Der Austausch löst die Probleme nicht, sondern könnte sie sogar verschlimmern, so Ilka Petersen vom WWF Deutschland. Dies gelte vor allem dann, wenn Palmöl durch Soja- oder Kokosöl ersetzt werde, welche auch im tropischen Gürtel angebaut werden.

Um Palmöl in Deutschland komplett auszutauschen, wären für die „Ersatzöle“ rund 1,4 Millionen Hektar mehr Anbaufläche notwendig, so die Studie. Denn bei keiner anderen Pflanze ist der Ertrag pro Hektar ergiebiger. Raps, Kokos und Sonnenblume erzielen im Schnitt 0.7 Tonnen Öl pro Hektar, Ölpalmen dagegen 3.3 Tonnen pro Hektar. Der zusätzliche Flächenbedarf würde das Ökosystem zusätzlich unter Druck setzen.

Die Lösung wäre, laut WWF Deutschland, den Anbau von Ölpflanzen umwelt- und sozialverträglicher zu gestalten. Gleichzeitig müsse der Bedarf drastisch gesenkt werden. Die Industrie solle künftig auf Ware zurückgreifen, die strenge Kriterien erfüllen. Ausserdem könne die Politik mit Gesetzen und Richtlinien Nachhaltigkeitskriterien für alle Pflanzenöle verpflichtend machen. Im Bereich der Bioenergie müsse zudem konsequent auf Verkehrsvermeidung und niedrigeren Energiebedarf gesetzt werden.

Hier können Sie die Studie nachlesen »

1 Kommentar

  • Ulrike Minkner

    Bei Palmölplatagen – auch dem zertifizierten Palmöl – wird der Boden auf lange Zeit zerstört. Dagegen ist z.B. Raps (-öl) Teil einer Fruchtfolgefläche – und auch wenn mehr Fläche gebraucht wird – so bleibt die Bodenqualität langfristig erhalten. Dies wird meiner Meinung nach zu wenig erwähnt und der WWF blendet mit seiner Studie dies aus. Einig bin ich damit, dass wir den Verbrauch drastisch senken müssen- und wir können das auch.

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