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Internationales Jahr des Waldes 2011

  • Monika Jung
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WaldDer Wald – bedeutendster Lebens- und Erholungsraum – muss in seiner Fläche und geografischen Verteilung erhalten bleiben. Zudem soll sich ein Fünftel der Schweizer Waldfläche in Form von Waldreservaten möglichst ungestört entwickeln können. Das fordert Pro Natura zum Start des Internationalen Jahr des Waldes 2011.

Der Schweizer Wald erfüllt wichtige gesellschaftliche und ökologische Funktionen. Als Erholungsraum für den Menschen, Lebensraum für Pflanzen und Tiere, als CO2- und Wasserspeicher oder als Rohstofflieferant von erneuerbarer Energie sowie Baustoff hat er eine herausragende Bedeutung. Es braucht dringend mehr Waldreservate, in denen sich der Wald weitgehend ungestört entwickeln kann. Pro Natura fordert, dass mindestens ein Fünftel der Schweizer Waldfläche zu Waldreservaten erklärt wird.

Nicht allein die natürliche Qualität unserer Wälder muss gefördert werden. Der zunehmende Druck der Siedlungsentwicklung droht im Mittelland auch die Fläche des Waldes künftig zu verringern. Am Berner Stadtrand bereits ein erstes Projekt, das Bäume durch Beton ersetzen will. «Es ist doch absurd, dass die Politik just im Internationalen Jahr des Waldes den beliebtesten Naherholungsort der Bevölkerung, den Wald, aufs Spiel setzen will», so Marcus Ulber, Pro Natura Waldexperte.

International ist die Schweiz im Waldschutz ebenfalls gefordert. Das an der UNO-Klimakonferenz im Dezember 2010 in Cancun vereinbarte REDD-Abkommen der UNO will die Leistungen des Waldes für den Klimaschutz anrechnen. Es braucht dringend ökologische Leitplanken. Sonst können künftig Abholzungen von natürlichen Regenwäldern, die mit Aufforstungen künstlicher Plantagen kompensiert werden, als Klimaschutzmassnahmen angerechnet werden. Dies wäre ein fataler Fehlanreiz. Mit der Schaffung von Waldreservaten auf mindestens einem Fünftel der Schweizer Waldfläche käme die Schweiz der Erfüllung ihrer internationalen Verpflichtung im europäischen Smaragd-Netzwerk näher. Das wäre ein wichtiger Schritt hin zu den Schutzgebietszielen, zu denen sich auch die Schweiz an der UNO-Biodiversitätskonferenz in Nagoya im Oktober 2010 bekannt hat.

Pro Natura wird im Jahr 2011 im Rahmen ihrer Kampagne «Biodiversität – jede Art zählt!» weitere eigene Waldreservatsprojekte umsetzen. Zu zahlreichen Waldreservaten hat Pro Natura entscheidend beigetragen. Ein Beispiel ist das Waldreservat Val Cama und Val Leggia im Misox GR.

Weitere Informationen

Bundesamt für Umwelt BAFU

Internationales Jahres des Waldes 2011

Pro Natura

Bild: Alexander.stohr/wikimedia

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