© Judith [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Internationale Konvention soll Zugvogelschutz verbessern

  • Roman Vonwil
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Der Schutz der Zugvögel soll verbessert werden. Das hat die Konferenz des internationalen Übereinkommens zur Erhaltung der wandernden Tierarten (Bonner Konvention) in Quito beschlossen, die am 9. November 2014 zu Ende ging. Die Schweiz, für welche die Konvention seit zwanzig Jahren verbindlich ist, hat nach Einschätzung des SVS/BirdLife Schweiz einigen Handlungsbedarf.

Mehrere Beschlüsse der Vertragsstaatenkonferenz der Bonner Konvention (Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals CMS) sind für die Schweiz besonders wichtig. Ein neuer Aktionsplan für die afrikanisch-eurasischen Zugvögel beinhaltet ein umfassendes Schutzprogramm für die immer stärker bedrohten Zugvögel und listet die nötigen Massnahmen auf. Der Bund hatte den Vorschlag Ghanas für diesen Aktionsplan von Anfang an unterstützt und finanziell zusammen mit dem SVS/BirdLife Schweiz die Erarbeitung des Aktionsplans ermöglicht.

Mit einem zweiten wichtigen Beschluss soll die Vergiftung von Zugvögeln verhindert werden. Es geht dabei zum einen um Pestizide, insbesondere Neonicotinoide. Bis 2017 soll aber auch die Bleimunition durch ungiftige Alternativen ersetzt werden, und zwar nicht allein in Feuchtgebieten, sondern überall. Obwohl es sich nur um eine Empfehlung handelt, erwartet der SVS/BirdLife Schweiz von der Schweiz, dass sie den Beschluss auch tatsächlich umsetzt. Ganz wichtig ist auch die Empfehlung, das Arzneimittel Diclofenac bei der Rinderbehandlung zu verbieten. BirdLife Europe hat bereits während der Konferenz verlangt, dass die CMS ein Verbot von Diclofenac und Bleimunition ausspricht.

Ein weiterer Beschluss zu erneuerbaren Energien und wandernden Tierarten verlangt bessere Schutzmassnahmen. Insbesondere dürfen die Auswirkungen zum Beispiel von Windanlagen nicht mehr nur für einzelne Standorte abgeklärt werden, sondern es müssen die kumulierten Effekte in grösseren Gebieten und entlang der ganzen Zugwege berücksichtigt werden. Es braucht zudem Strategische Umweltverträglichkeitsprüfungen. Schutzgebiete im weitesten Sinn und andere für ziehende Arten wichtige Gebiete müssen ganz von der Nutzung erneuerbarer Energien ausgeklammert werden.

Zudem wurde beschlossen, die Zugvögel besser vor illegalem Töten zu schützen, 31 weitere Arten in Schutzlisten aufzunehmen sowie weitere Programme für wandernde Fisch- und Säugetierarten zu starten. Wandernde Tierarten seien laut Bradnee Chambers, dem Chefsekretär der CMS, heute ein wichtiges weltweites Symbol für viele dringende Themen unserer Zeit, da viele der Umweltprobleme, mit denen diese Tiere bereits jetzt konfrontiert seien, schlussendlich auch uns treffen würden.

Die Beschlüsse der CMS sollen nun auf nationaler und internationaler Ebene umgesetzt werden. Damit sind nun die Vertragsstaaten gefordert. Auch für die Schweiz besteht einiger Handlungsbedarf, wie der SVS/BirdLife Schweiz in seiner zusammenfassenden Wertung der Beschlüsse der Uno-Konferenz betont.

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