© ponte1112 [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Insektizide in den Bächen: Gewässerschützer schlagen Alarm

  • Kathrin Ruprecht
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Die Gewässerschutzorganisation Aqua Viva fordert eine verstärkte Überwachung von Fungiziden und Insektiziden in Schweizer Gewässern sowie Massnahmen gegen zu hohe Konzentrationen dieser Stoffe. Die Umweltorganisation stützt ihre Forderungen auf Resultate einer neuen Studie der Eawag.

Fungizide und Insektizide, die in der Landwirtschaft als Pflanzenschutzmittel gespritzt werden, landen auch in den Gewässern, schreibt die Gewässerschutzorganisation Aqua Viva. Bisher wurde diesen Stoffen in der routinemässigen Umwelt- überwachung aber wenig Beachtung geschenkt. Denn ihre Konzentrationen im Wasser sind tief – im Nanogrammbereich pro Liter – und einzelne Substanzen sind mit der herkömmlichen Analytik gar nicht zu messen.

Weil insbesondere die Insektizide extrem giftig wirken, können aber auch niedrige Konzentrationen die Gewässerökologie stark schädigen. Eine neue Studie* zeigt, dass einzelne Substanzen regelmässig um ein Mehrfaches (bis zu 600fach!) über der Grenze liegen, ab der chronische Schäden bei Gewässerlebewesen befürchtet werden müssen.

Die gefundenen Werte sind umso alarmierender, als dass es sich dabei um über zwei Wochen gesammelte Mischproben aus mittelgrossen Bächen handelt. Das bedeutet, dass die Spitzenbelastungen in den Gewässern, vor allem auch in noch kleineren Bächen, sicher noch deutlich höher liegen. Ob dieser „Giftcocktail“ für das Fehlen gewisser wirbelloser Kleintiere in den Bächen verantwortlich ist, kann zwar noch nicht mit letzter Gewissheit gesagt werden. Ein Zusammenhang scheint aber offensichtlich.

Aqua Viva fordert nun die Kantone auf, rasch möglichst auch Fungizide und Insektizide in ihre Umweltmonitoringprogramme aufzunehmen. „Da der Bund zurzeit eine Strategie Pflanzenschutzmittel ausarbeitet, ist dies der richtige Zeitpunkt“, sagt Aqua Viva-Geschäftsführer Stefan Kunz. Nebst der besseren Überwachung müssten aber dringend auch alle Massnahmen getroffen werden, welche mithelfen können, die Konzentrationen dieser toxischen Stoffe in den Gewässern zu reduzieren. „Das reicht von noch strikteren Anwendervorschriften über die Ausscheidung von Pufferstreifen bis zum Verbot besonders kritischer Substanzen“, sagt Kunz. „Denn wenn wir so weiterfahren, setzen wir nicht nur die bisherigen Erfolge der Schweizer Gewässerschutzbestrebungen aufs Spiel, sondern riskieren gravierende Schäden an unseren Ökosystemen und mittelfristig auch an unseren Trinkwasserressourcen.“

2 Kommentare

  • Christine Dobler Gross

    Das ganze Angebot in den Supermärkten für die Hobbygärtner und Grünflächenbewirtschafter müsste ebenfalls verschwinden, denn ich beobachte regelmässig, wie gegiftelt wird, privat und im öffentlichen Raum (alles: Insektizide, Fungizide, aber vorallem Herbizide), ohne dass die Anwender einen blassen Schimmer von Gesetzen und Vorschriften diesbezüglich haben – man kanns ja kaufen im Grossverteiler, also scheint es erlaubt, so ihre Argumente. Verstösse haben keine Folgen, und wer zeigt schon jemanden an……das ist mit grossem Aufwand verbunden.

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  • fabian sagt

    der plan schreitet voran: vergiftung, ausbeutung, ständiges fallout von chemtrails, mobilfunk-elektrosmog flächendeckend…und vieles mehr…ein super todbringendes konzept, ein wahrer cocktail…schleichend, unbemerkt, die meisten menschen immer mehr schwächelnd, körperlich und psychisch krank im nervensystem gemacht. wir haben noch 2-3-jahre.

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