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Insektenmehl fur Zuchtfische

  • Sophie Ryser
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Immer mehr Fische stammen aus Zucht. Damit die Aquakultur nachhaltig ist, darf die Fütterung der Zuchtfische weder zur Überfischung noch zur Nahrungsmittelkonkurrenz mit dem Menschen beitragen.

Besonders wenig nachhaltig ist in diesem Zusammenhang das Fischmehl. Weltweit verfüttert man davon rund fünf Millionen Tonnen jährlich, hauptsächlich in der Fischzucht. Um diese fünf Millionen Tonnen Mehl herzustellen, werden über 20 Millionen Tonnen Kleinfische gezielt gefangen und verarbeitet. Diese 20 Millionen Tonnen Biomasse werden jährlich dem Ökosystem Weltmeer entzogen, zusätzlich zu den ca. 60 bis 65 Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchte, welche die weltweite Fischerei derzeit noch für den menschlichen Konsum fängt. Die Verfütterung von Soja und anderen Getreiden ist keine geeignete Alternative, da sie die Zuchtfische zu Nahrungsmittelkonkurrenten des Menschen macht.

FiBL, das Forschungsinstitut für biologischen Landbau und Coop haben in einem gemeinsamen Projekt eine Alternative entwickelt und erfolgreich getestet: Ein eiweissreiches Mehl aus den Larven einer Fliegenart. Ihr Untersuchungsobjekt war die Larve der Soldatenfliege (Hermetia illucens). Ihr letztes Larvenstadium scheint von der Zusammensetzung her ideal geeignet für die Fischfütterung. Die Verfütterung von Lebensmittelresten an die Fliegenlarven hilft überdies, wertvolle Inhaltsstoffe zu veredeln statt wegzuwerfen.

In einem umfangreichen Versuch haben die Projektpartner Massenproduktion, Verarbeitungstechniken, Produkteigenschaften und Wirtschaftlichkeit des Insektenmehls untersucht. Die Resultate sind vielversprechend, wie sich an einer Tagung am FiBL in Frick gezeigt hat. Das Insektenmehl erwies sich in einem achtwöchigen Fütterungsversuch in der Biofischzucht New Valfish im Wallis als ebenbürtig punkto Wachstumsleistung, Fischgesundheit und Produktequalität.

Wie der FiBL-Projektleiter Andreas Stamer anlässlich der Tagung erklärte, ist die Zulassung von Insektenmehl für die Fischfütterung EU-weit auf guten Wegen. Stamer rechnet 2014 mit dem positiven Entscheid.

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Bild: Andrew Barker [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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