Ambrosia

Insekten sollen Ambrosia im Zaum halten

  • Dominique Haiden
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Ein Professor der Universität Freiburg und Wissenschaftler des CABI, einer internationalen Organisation für Forschung und Entwicklung in den Bereichen Landwirtschaft und Umwelt, sind besorgt über die Verbreitung der Ambrosia in Europa. Im Anschluss an eine vom nationalen Forschungsschwerpunkt Plant Survival unterstützte Studie schlagen sie Massnahmen mit natürlichen Mitteln zur Bekämpfung dieser invasiven Pflanze vor, die beim Menschen heftige Allergien auslösen kann. Zu den vielversprechendsten Massnahmen, die in der spezialisierten Zeitschrift Weed Research erschienen sind, gehören sechs Insektenarten , die sich hauptsächlich von Pollen und Samen der Ambrosia ernähren.

Das wirksamste Mittel, um die Ausbreitung der Ambrosia einzudämmen, besteht darin, ihre Fortpflanzung zu unterbinden. „Aus diesem Grund haben wir zur Bekämpfung dieser einjährigen Pflanze sechs Insekten ausgewählt, welche sich entweder hauptsächlich von Pollen, Samen oder Gewebe der Ambrosia ernähren, oder welche die Blütenbildung verhindern“, erläutert Heinz Müller-Schärer, Professor für Ökologie und Evolution an der Universität Freiburg und Koautor dieser Publikation. Aber diese Strategie hat einen Schwachpunkt: die nahe Verwandtschaft der Ambrosia mit der Sonnenblume. Deshalb muss zunächst abgesichert werden, dass die Insekten als natürliche Feinde dieses invasiven Unkrauts keine Sonnenblumenpflanzungen angreifen.

In Australien war es möglich, auf diese Insekten zurückzugreifen, da in unmittelbarer Nähe der Ambrosiabekämpfung keine Sonnenblumenplantagen vorkamen. China praktiziert dieselbe Vorgehensweise und betreibt sogar unter Treibhausbedingungen eine regelrechte Massenzucht des Falters Epiblema strenuana, eines der Feinde der Ambrosia. Die chinesischen Agronomen haben sich jedoch ebenfalls dafür entschieden, diese Insekten in einer Region in die freie Natur zu entlassen, in der keine Sonnenblumen vorkommen. In Europa ist der Einsatz solcher Insekten allerdings ausgeschlossen, denn nur so lässt sich vermeiden, dass Sonnenblumenpflanzungen zur Ölgewinnung in Mitleidenschaft gezogen werden, die hier nämlich zahlreich angebaut werden. Daher wurden sieben andere „Kandidaten“ zur Bekämpfung der Ambrosia vorgeschlagen (sechs Insekten und ein Schadpilz), die kein Gefahrenpotential für Sonnenblumen darstellen. Die „Kandidaten“ müssen jedoch zuerst noch strenge Sicherheitskontrollen durchlaufen, wo geprüft wird, dass andere verwandte Pflanzenarten mit dieser Bekämpfungsmassnahme nicht etwa ebenfalls Schaden nehmen könnten.

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Universität Freiburg

Bild: Brunga (Wikimedia Commons)

1 Kommentar

  • Obelisk

    Typisch; Probleme mit neuen Problemen angehen.
    Wann lernen wir, dass der Natur nicht auf diese Art drein gepfuscht werden soll. Das kann und wird nicht gut gehen!
    Es gab Zeiten, da wurden nicht erwünschte Pflanzen mechanisch bekämpft. Im Klartext heisst dies; Handarbeit!
    Wir haben genügend Menschen welche keiner Arbeit nachgehen und nur vom Staat leben. Mit entsprechender Anleitung können diese für solche Arbeiten herangezogen werden.
    Warum tun wir uns so schwer mit einfachen und erprobten Mitteln.

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