Ameise

Insekt des Jahres 2011

  • Monika Jung
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Ameise4Die Große Kerbameise (Formica exsecta) ist das Insekt des Jahres 2011 in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das sieben bis acht mm große Tier tritt nie einzeln auf und ist alleine auch gar nicht überlebensfähig. Wie alle Ameisen bildet die Große Kerbameise Staaten, die in ihrem Falle mit mit mehreren hunderttausend Individuen riesig sind. Mit der Wahl dieser Ameise will das Kuratorium Insekt des Jahres auf eine besonders geschützte Art aufmerksam machen, die gefährdet ist und deren Ameisenhaufen nicht gestört werden dürfen.
Die Große Kerbameise und alle anderen Waldameisen stechen nicht; sie haben keine Stachel. Feinde werden mit den kräftigen, gezähnten Mundwerkzeugen gebissen. Dann wird aus einer Giftblase am Hinterleib Ameisensäure in die Wunde gespritzt. Das wirkt wie ein Stich.

Kopf und Hinterleib der Großen Kerbameise sind braun schwarz gefärbt, die Taille ist auffallend rot und durch das stielartige erste Segment des Hinterleibs besonders lang. Hier befindet sich eine aufrechte Schuppe, die eingekerbt ist, daher der Name der Ameise. Aber auch der Kopf hat hinten eine Delle, an dem die Kerbameise gut zu erkennen ist. Man sieht in der Regel die flügellosen Arbeiterinnen. Die männlichen Tiere leben sehr kurz und haben ausschließlich die Aufgabe, die Königinnen auf einem Hochzeitsflug zu befruchten.

Königinnen können zwanzig Jahre alt werden. Deren spezieller Duft markiert alle Mitglieder eines Ameisenstaates und hält ihn zusammen. Mit Geruchstoffen werden auch die Ameisenwege markiert, sodass der Weg zum Bau oder zur Nahrungsquelle leichter zu finden ist. Ameisen betasten sich, wenn sie aufeinanderstoßen und riechen dann, ob sie zum gleichen Staat gehören. Mit Tausenden Sinneszellen auf den Fühlern riechen, schmecken und fühlen die Ameisen und messen die Temperatur sowie den Kohlendioxidgehalt der Luft.

Den Winter verbringt die Große Kerbameise in ihrem Bau, der tief in die Erde reicht und oberirdisch meistens aus einem Haufen von Grashalmen besteht. Bei anderen Ameisen besteht er aus Baumnadeln. Die Brut wird nur in den Sommermonaten aufgezogen. Dabei werden die Puppen und die madenförmigen Larven, die keine Beine und Augen haben, in Kammern mit der richtigen Temperatur gebracht, je nach Wetter und Sonneneinstrahlung. Die Nahrung aller Waldameisen ist zum großen Teil der Honigtau von Blattläusen. Außerdem fressen sie Aas und Insekten.

Mit der Wahl zum Insekt des Jahres 2011 soll auf die faszinierende Lebensweise von Waldameisen hingewiesen werden. Das Kuratorium Insekt des Jahres hat mit der Ameise die Beute des Ameisenlöwen, Insekt des Jahres 2010, gewählt. Die Große Kerbameise ist stellvertretend für alle Waldameisen ausgewählt worden und soll auf die faszinierende

Die Große Kerbameise ist stellvertretend für alle Waldameisen ausgewählt worden und soll auf ihre faszinierende Lebensweise aufmerksam machen. Das Kuratorium Insekt des Jahres hat ganz logisch gewählt: 2010 war der Ameisenlöwe das Insekt des Jahres, 2011 ist es seine Beute, eine Ameise.

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Bild: Dieter Bretz

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