Im Trentino wurde die Bärin KJ2 nach zwei Zwischenfällen erlegt. (Symbolbild) | © Alisdair McDiarmid [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons
Im Trentino wurde die Bärin KJ2 nach zwei Zwischenfällen erlegt. (Symbolbild) | © Alisdair McDiarmid [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons

In Uri ist der Bär los

  • Mélanie Guillebeau
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Im Kanton Uri, genauer in Silenen, hat sich ein Bär an einem Bienenstand verköstigt. Um den Bären vor weiteren Besuchen in Bienenhäusern abzuhalten, sollten Vorsichtsmassnahmen getroffen werden.

Wie der Kanton Uri in einer Medienmitteilung verlauten lässt, hat ein Bär diese Woche Schaden an einem Bienenhaus in der Gemeinde Silenen verursacht. Der Braunbär hat mehrere Bienenkästen in den Bienenstand geschoben und dabei Kratzspuren hinterlassen, die den Besuch belegen. Ausserdem wurden bereits vor rund drei Wochen eindeutige Bärenspuren in diesem Gebiet gesichtet.

© Jagdverwaltung Uri
Dieser Bienenstand in der Gemeinde Silenen (UR) wurde vom Bären verunstaltet. | © Jagdverwaltung Uri

Elektrozaun hält den Bären fern

Der Braunbär ernährt sich zwar hauptsächlich von Früchten und pflanzlichem Futter, mit dem Besuch am Bienenstand konnte er sich aber mit eiweisshaltigen Bienenlarven versorgen. Um eine erneute Plünderung durch den Bären zu verhindern, wurden deshalb Elektrozäune montiert, die das Bienenhaus schützen sollen. Denn Bären kehren gerne an Orte zurück, an welchen sie bereits erfolgreich Nahrung gefunden haben.

© Jagdverwaltung Uri
Mithilfe eines Elektrozauns wurde das Bienenhaus „bärensicher“ gemacht. | © Jagdverwaltung Uri

Die Jagdverwaltung Uri vermutet, dass der Bär bereits seit Mitte des letzten Jahres im Kantonsgebiet umherstreift. Bis jetzt hat er keine grösseren Schäden angerichtet, weshalb auch die Planung konkreter Massnahmen ausblieb. Sicher ist jedoch, dass der Bär weiterhin unter Beobachtung stehen wird.

Vorsichtsmassnahmen sind nötig

Gemäss dem WWF ist es essenziell, dass der Bär seine natürliche Scheu vor dem Menschen beibehält. Massnahmen wie das Aufstellen von Elektrozäunen können dazu ergriffen werden. Weiter sollten Landwirte Futtermittel in robusten Metallbehältern aufbewahren, um sie vor gefrässigen Bären zu schützen. Die Bevölkerung sollte darauf achten, dass sie keine Essensreste in der Natur, wie zum Beispiel an Grillstellen, zurücklässt.

„Der Bär darf seine Scheu vor Menschen nicht verlieren. Das ist seine beste Lebensversicherung“, betont Joanna Schoenenberger, Bärenexpertin beim WWF Schweiz.

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