Regenjacke, Regenponcho, Fahrrad, Velo

In der Schicht steckt das Gift

  • Nora Kieselbach
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Ein Greenpeace-Report enthüllt: in wetterfester Outdoor-Markenkleidung stecken viele Gifte und Schadstoffe, die Umwelt und Gesundheit belasten können. Betroffen sind auch die Schweizer Qualitätsmarken Mammut und Kaikkialla (Transa) sowie eine eigens für Greenpeace Deutschland produzierte Jacke von Zimtstern, bloggt Yves Zenger via Greenpeace Schweiz.

Zwei unabhängige Labors haben für Greenpeace Deutschland insgesamt 14 Outdoor-Kleidungsstücke für Damen und Kinder auf per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) sowie weitere Schadstoffe hin geprüft und die Resultate im Bericht Chemie für jedes Wetter festgehalten. In den Produkten von Kaikkialla (Eigenmarke von Transa),  The North Face, Patagonia, Jack Wolfskin, und Marmot fanden sich besorgniserregende Konzentrationen von Perfluoroktansäure (PFOA); in den Jacken von Mammut und Vaude hohe Konzentrationen von Fluortelomeralkohole (FTOH). Eine eigens für Greenpeace Deutschland produzierte Jacken der Marke Zimtstern enthielt ebenfalls geringe Mengen PFC.

PFC wird bei Outdoor-Bekleidung für Beschichtungen oder Membrane wie zum Beispiel Gore-Tex® eingesetzt. Diese Fluorverbindungen können in der Umwelt jedoch kaum abgebaut werden und gelangen über Nahrung, Luft und Trinkwasser auch in den menschlichen Organismus. Jüngste Studien stellen beispielsweise einen Zusammenhang von PFC mit verminderter Fruchtbarkeit, Schilddrüsenerkrankungen und Immunstörungen her.

Ebenfalls besorgniserregende Resultate brachte die Untersuchung auf hormonell wirksame Nonylphenolethoxylate (NPE) und Weichmacher (Phthalate): Der höchste NPE-Gehalt wurde in einer Kinder-Regenjacke von Seven Summits gefunden; der höchste Phthalat-Wert in einem Kinder-Poncho von Northland.

Die Outdoor-Branche hat sich in den letzten Jahren von einem Anbieter für Spezialbekleidung im (Extrem-) Sportbereich immer mehr zum Hersteller angesagter Alltags-Kleidung entwickelt. So sind inzwischen die meisten Käufer von Outdoor-Jacken – auch dank intensivem Marketing – keine Sportler mehr, sondern Städter, die bei einer Radtour oder Herbstwanderung warm und trocken bleiben wollen; und auch Kinder tragen bei Regen und Matsch auf dem Spielplatz immer öfter  eine „High-Performance“-Ausrüstung mit perfluorierter Chemie.

Greenpeace empfiehlt beim nächsten Jacken-Kauf unbedingt zu prüfen, ob denn die Bekleidung für einen Gipfelsturm oder doch nur einen einfachen Spaziergang benötigt wird. Einige Hersteller bieten zudem bereits fluorfreie Bekleidung an: Beispiele hierfür sind wetterfeste Textilien mit Membranen aus Polyester (z.B. Sympatex®) oder Polyurethan. Auch diese Kleidung ist winddicht, atmungsaktiv und hält einem Wolkenbruch stand. Nur bei der Ölabweisung sind die umstrittenen PFC den fluorfreien Textilien noch überlegen.

Weitere Informationen

Greenpeace Schweiz
Greenpeace Deutschland

Bild: Stougard [CC-BY-SA-3.0] via Wikimedia Commons

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