Grand Bisse de Lens

In der Grand Bisse de Lens fliesst wieder Wasser

  • Dominique Haiden
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Grand Bisse de LensAuf Initiative der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, der Burgergemeinden Lens und Icogne wird die Grand Bisse de Lens wieder auf ihrer ganzen Strecke von Wasser durchflossen. Dem beeindruckenden Lauf das Wasserkanals kann auf dem neu erstellten Fussweg um den Hügel Châtelard herum gefolgt werden. Nach drei Jahren harter Arbeit fand am Samstag, 21. Mai 2011 die offizielle Einweihung statt.

Die Suonen des Wallis – und generell die Bewässerungskanäle der trockenen Berggebiete – beeindrucken durch ihre technisch meisterlich ausgeführte Bauweise, die Herausforderungen des Unterhalts und der Bewirtschaftung sowie durch die Komplexität der mit der Wassernutzung verbundenen gesellschaftlichen Organisationsstruktur. Die historischen Wasserkanäle tragen auch heute noch massgeblich zur Bewässerung der Wiesen und zum Erhalt der Wälder der trockenen Südhänge bei. Somit ist auch deren Beitrag zur Biodiversität im Alpenraum von grosser Bedeutung. Im Verlauf der letzten zwanzig Jahre haben die historischen Wasserkanäle über ihre traditionelle landwirtschaftliche Funktion hinaus vermehrt auch kulturelle und touristische Interessen geweckt.

Im Rahmen ihrer nationalen Aktion „Wasserkanäle – Kulturzeichen und Lebenselixier“ setzt sich die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz seit 2005 stark für die Wiederinstandstellung der historischen Bewässerungskanäle ein. Dabei interessiert sich die Stiftung auch für die traditionelle Bewässerungskultur. Deren Erhalt, insbesondere auch dem Erhalt der auch heute noch teilweise ausgeführten Technik der Berieselung mit Wässerplatten und Wasserbeil, wird ein positiver Einfluss auf die Biodiversität zugeschrieben. Offene Wasserkanäle wirken sich zudem positiv auf die darunter liegende Vegetation, insbesondere auf die Wälder, aus. Diese Aspekte haben auch bei der Instandstellung der Grand Bisse de Lens eine Rolle gespielt.

Zwischen 2008 und 2010 arbeiteten 16 Gruppen von Jugendlichen im Rahmen der Freiwilligenarbeit Seite an Seite mit Gemeindearbeitern, Arbeitslosengruppen, Crans-Montana Exploitation sowie spezialisierten Unternehmungen an der Wiederinstandstellung der Grand Bisse de Lens. Die 250 jungen Frauen und Männer, alles Lehrlinge oder Gymnasiasten aus Städten der Deutschschweiz, setzten dafür im Ganzen 6000 Arbeitsstunden ein. Das hier beschriebene Projekt der SL ist Teil eines grösseren Vorhabens, das Bewässerungskanäle und Wege der gesamten Region Crans-Montana umfasst: Die Grand Bisse de Lens, die Bisse de Miriouge, die Bisse du Rho, den Gesundheitsweg des Lac de Miriouge in Bluche und den Zeuzier Themenweg. Die Arbeiten wurden dank der finanziellen Unterstützung des Fonds Landschaft Schweiz, der Dienststelle für Wald und Landschaft des Kantons Wallis, der Göhner Stiftung, Victorinox und der Stiftung des Casinos Crans-Montana ermöglicht.

Weitere Informationen

Stiftung Landschaftschutz Schweiz SL

Bild: Stiftung Landschaftschutz Schweiz SL

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