Im April waren auch die Fliessgewässer viel zu warm

  • Redaktion Naturschutz
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Das sonnige Wetter und die Temperaturen im vergangenen April haben Rekorde gebrochen. Das gilt auch für die Temperaturen in Fliessgewässern. In der Thur und im Rhein lagen die Monatsmittel 3° über dem langjährigen Durchschnitt, die Urner Reuss war statt 6°C bereits 7.7°C warm.
Der saisonal sehr frühzeitige Anstieg und die tiefen Abflussmengen sind laut EAWAG besorgniserregend. Die Apriltemperaturen waren zwar für die Fische noch kaum ein Problem. Wärmeres Wasser hat aber zur Folge, dass alle biologischen Prozesse beschleunigt werden und Pflanzen und Tiere rascher wachsen und sich Eier und Jungfische schneller entwickeln. Damit können sich Veränderungen der Räuber-Beute Beziehungen und auch generelle Veränderungen der Besetzung ökologischer Nischen ergeben. So schlüpfen zum Beispiel Mückenlarven früher aus und zurückkehrende Zugvögel finden unter Umständen ein völlig verändertes Nahrungsangebot vor.
Kritisch werden die Temperaturen für Forellen, wenn sie auch nachts über mehrere Wochen nicht mehr unter 15°C sinken. Dann können sich die Erreger der Forellenkrankheit PKD entwickeln und die meist tödlich verlaufende Krankheit bricht bei infizierten Tieren aus. Akut gefährlich werden den Forellen Temperaturen über 24-26°C, wenn diese über eine Woche anhalten.
Ebenso wichtig wie einzelne kühle Tage oder Nächte sind möglichst naturnahe Bachbetten mit tiefen Zonen und eine gute Durchgängigkeit des Flusslaufes, was den Fischen bei Hitze die Flucht in höhere Regionen oder in Seitengewässer ermöglicht. Im vergangenen April waren deshalb vor allem die niedrigen Wasserstände in kleinen bis mittelgrossen Bächen ein Problem für die Wasserlebewesen. (sb)

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