Illegaler Wolf-Abschuss: Politiker verurteilt

  • Stefanie Pfefferli
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Der Walliser alt Staatsrat Jean-René Fournier ist zu einer bedingten Strafe verurteilt worden,  weil er 2006 den illegalen Abschuss eines Wolfs genehmigt hat. Der WWF hatte damals Strafanzeige eingereicht und bekommt jetzt vom Kantonsgericht Recht, dies teilte der WWF Wallis in der aktuellen Medienmitteilung mit.

Die Geschichte sorgte vor fünf Jahren für grosses Aufsehen: 2006 wurde bei einer Treibjagd im Walliser Chablais ein Wolf abgeschossen, nach dem dieser 30 Schafe gerissen hatte. Die Abschuss-Genehmigung erteilte damals Staatsrat Jean-René Fournier – dies trotz gegenteiliger Anweisung des Kantonsgerichts. Er wurde dabei von der Walliser Regierung auch noch gestützt. Nach dem Abschuss liess Fournier den Wolf – ein international streng geschütztes Tier – ausstopfen und stellte die Trophäe demonstrativ in seinem Büro aus. Mit dem Urteil wird nun amtlich bestätigt, dass dieser Abschuss illegal erfolgte. Deshalb wurde alt Staatsrat Fournier vom Kantonsgerichts zu 60 Stunden gemeinnütziger Arbeit bedingt verurteilt.

Urteil mit Signalwirkung

„Juristisch haben wir heute vor Gericht Recht erhalten: Es darf nicht sein, dass sich ein Staatsrat über die Weisungen des Kantonsgerichts hinwegsetzt und dabei von der Regierung auch noch gestützt wird“, sagt Stefan Inderbitzin, Mediensprecher beim WWF Schweiz. Dem Wolf nützt der späte Richterspruch nichts mehr und auch Jean-René Fournier sitzt nicht mehr in der Regierung, er vertritt heute den Kanton Wallis im Ständerat.

Trotzdem erhofft sich der WWF Schweiz vom Urteil Signalwirkung: „Der Kanton Wallis hat in seiner Wolfspolitik bisher vor allem auf das Jagdgewehr gesetzt, nur damit lassen sich keine Probleme lösen“, betont Inderbitzin. Die Zeit sei reif zum Umdenken: Über die Alpen werden immer wieder einzelne Wölfe in die Schweiz einwandern, jetzt muss sich auch der Kanton Wallis auf diese Situation einstellen. Konkret bedeutet dies behirtete Schafherden und der Einsatz von Herdenschutzhunden, so wie das in anderen Kantonen längst der Fall ist. Dort hat sich der Herdenschutz gut bewährt.

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Bild: Martin Mecnarowski (Wikimedia Commons)

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