Tigerteile soll die verlorenen Manneskraft zurückbringen oder werden als Luxusartikel gehandelt. | © UK Home Office, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Tigerteile soll die verlorenen Manneskraft zurückbringen oder werden als Luxusartikel gehandelt. | © UK Home Office, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Illegaler Handel mit Tigerprodukten und lebenden Tigern in Asien

  • Cécile Villiger
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Der illegale Handel mit Tigerprodukten und lebenden Tigern in Asien floriert. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von WWF und Traffic.

Im untersuchten Zeitraum zwischen 2000 und 2015 wurden Körperteile von insgesamt 1.755 Tieren beschlagnahmt. Angesichts der nur noch rund 3.900 in freier Wildbahn lebenden Tiger gehen die Umweltschützer davon aus, dass eine stetig steigende Zahl gehandelter Tigerprodukte aus sogenannten Tigerfarmen – also illegalen Zuchtanlagen – stammt. Für die Jahre von 2012 bis 2015 schätzen WWF und Traffic deren Anteil auf bereits rund 30 Prozent an allen Beschlagnahmungen.

Der Bericht zeige, dass der illegale Handel mit Tigern und Tigerprodukten eine existentielle Bedrohung für diese seltenen Tiere sei. Das Geschäft floriert sowohl mit Wild- als auch Zuchttieren, kritisiert der WWF. Die zuständigen Regierungen habe wiederholt versprochen, Tigerfarmen zu schließen. Doch passiert sei wenig. So heizen diese Qualzuchtanlagen den illegalen Handel weiter an und bedrohen auch verbliebenen wilden Populationen.

Die mit Abstand größten Zugriffe melden WWF und Traffic mit 540 Tigern in Indien, gefolgt von Thailand (254 Tiger), Pakistan (186), China (175) und Vietnam (162). Einen zuletzt besonders hohen Anstieg verzeichnet der Bericht für Thailand und Vietnam. Wurden in beiden Ländern zwischen 2000 und 2004 zusammen 17 Tiere und Produkte aus ihnen beschlagnahmt, so stieg die Zahl für die Jahre von 2012 bis 2015 auf 186.

An der kürzlich durchgeführten CITES-Artenschutzkonferenz (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) wurde beschlossen, alle in Gefangenschaft gehaltenen Tiger werden möglichst dem CITES-Sekretariat gemeldet werden. CITES wird dann den Druck auf die jeweiligen Regierungen erhöhen, dies soll verhindern, dass Tigerkörperteile in den illegalen Handel gelangen.

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