Elefant, Afrikanischer Elefant

Illegaler Handel blüht nach wie vor

  • Nora Kieselbach
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Ein neues WWF-Rating von 23 Ländern zeigt eine schwache Leistung jener Länder, die im Kampf gegen den illegalen Handel von Elefanten-, Tiger- und Nashorn-Produkten eine Schlüsselrolle spielen. Die Schweiz ist ebenfalls von den kriminellen Aktivitäten betroffen, auch wenn sie nicht zu den Schlüsselländern gehört, wie WWF Schweiz mitteilt.

Nach Angaben von Interpol werden jährlich Tier- und Pflanzenarten im Wert von über 13 Milliarden Euro auf dem Schwarzmarkt gehandelt. Der WWF wollte wissen, welche Länder sich spezifisch im Kampf gegen den illegalen Handel von Elefanten-, Tiger- und Nashorn-Produkten engagieren, und analysierte hierfür 23 Länder, die für Herkunft, Transit oder als Zielland solcher Produkte ausschlaggebend sind.

Der Report zeigt mittels Ampelsystem auf, welche Länder den illegalen Handel zu unterbinden suchen und welche sich kaum darum kümmern. Tatsache ist: Der illegale Handel existiert in allen untersuchten Ländern. Der Report zeigt aber auch, dass sich Indien und Nepal stark im Kampf gegen die Wilderei engagieren; Laos, Mosambik und Vietnam hingegen tun wenig bis gar nichts. In Vietnam, welches als Top-Destination für Nashorn-Hörner gilt und selbst immer wieder im Zusammenhang mit aufgeflogenem Schmuggel steht, fanden bezeichnenderweise seit 2008 keinerlei Nashorn-Beschlagnahmungen statt.

Und auch die Schweiz sei von der Problematik betroffen, auch wenn sie kein direktes Zielland für den Handel mit Nashorn-, Tiger- und Elfenbein-Produkten darstelle, so WWF-Expertin Doris Calegari. Mit Ägypten und Thailand gehören zwei beliebte Reisedestinationen von Schweizern zu jenen Ländern, in denen das illegale Elfenbein auf die Märkte gelangt. Da in Thailand der Handel mit Elfenbein von domestizierten Elefanten erlaubt ist, benützen die Schmuggler das Land als Zwischenstation. Das afrikanische Elfenbein wird dort weiss gewaschen und dann als „thailändisches“ Elfenbein exportiert. Oft stammen Souvenirs aus Wilderei. Touristen rät der WWF deshalb: Finger weg bei unsicherer Quelle. Welche Produkte Reisende mit nach Hause nehmen dürfen, steht im WWF Souvenir-Ratgeber.

Weitere Informationen

WWF Schweiz

Bild: Caitlin [CC BY 2.0] via Wikimedia Commons

1 Kommentar

  • Antonietta

    Jedes Jahr beschlagnahmt der Zoll Tausende von Wildtierprodukten, die Reisende aus fernen Urlaubsländern mitbringen. Die meisten dieser Gegenstände sind Souvenirs, die aus gefährdeten oder vom Aussterben bedrohten Tieren hergestellt sind.
    Im Reisegepäck befinden sich dann z. B. Elfenbeinschnitzereien und -schmuck, Accessoires aus Schildkrötenpanzer, Handtaschen, Gürtel und Schuhe aus Reptilienhaut, Felle von Großkatzen, Designartikel aus Stachelschweinspießen, sowie Korallen und Muscheln. Die Vielfalt an Produkten aus Wildtieren sind hier fast keine Grenzen gesetzt.
    Leider sind sich die meisten Touristen nicht bewusst, dass Wildtiere in vielen Fällen geschützt sind und der Kauf solcher Souvenirs damit illegal ist. Nicht selten werden die Reiseandenken im Urlaubsgebiet auf Märkten, in Antikgeschäften, am Strand und sogar am Flughafen und in Hotels offen angeboten. Der blutige Hintergrund dieser „tödlichen“ Souvenirs wird verschwiegen und gesetzliche Bestimmungen ignoriert.

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