© Dieter Gora [CC-BY-SA-3.0], via flickr
© Dieter Gora [CC-BY-SA-3.0], via flickr

Illegalen Fisch verbieten

  • Kathrin Ruprecht
  • -

Nachdem die EU 2010 ein Einfuhr-Verbot für illegale Fischereiprodukte erlassen hat, soll nun auch die Schweiz dergleichen verbieten. Damit wäre ein wichtiger erster Schritt in Richtung nachhaltiger Bewirtschaftung der lebenden aquatischer Ressourcen gemacht.

Die Fischbestände weltweit sind durch legale intensive Fischerei stark unter Druck. Dazu kommt die illegale, nicht gemeldete und nicht regulierte Fischerei (IUU-Fischerei). Diese Fänge sind in den Berechnungen der Fangquoten nicht einkalkuliert, denn sie sind nur sehr schwer einschätzbar, und fördern deshalb die Überfischung.

Illegale Fischerei heisst es, wenn fremde Schiffe ohne Erlaubnis in den Hoheitsgewässern anderer Nationen fischen oder deren Fischereigesetze missachten. Darunter fällt das Missachten der Fangzeit oder das Fischen in Schutzgebieten. Die illegale Fischerei wird oft auf Kosten finanzarmer Länder betrieben, da die sich keine starke Fischereiaufsicht leisten können, die solche Fänge verhindern. Nicht gemeldete Fischerei liegt dann vor, wenn Schiffe ihren Fang nicht oder nicht vollständig deklarieren. Nicht regulierte Fischerei bezieht sich auf Fänge aus Gebieten ohne Management, auf Fänge von Fischarten die nicht durch eine regionale Organisation für das Fischereimanagement geregelt sind oder deren Regeln missachten.

Nun sollen Produkte aus illegaler Fischerei nicht mehr in die Schweiz eingeführt werden. Dies fordert eine Motion von Carlo Sommaruga, die zur Zeit vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen ausgearbeitet wird. Das nachdem 2009, als die Motion eingereicht wurde, der Bundesrat die Ablehnung beantragte.

Denn die Motion „Keine Erzeugnisse aus illegaler Fischerei auf dem Schweizer Absatzmarkt“ stützt sich auf die Verordnung (EG) Nr. 1005/2008, die erst 2010 in Kraft trat und die Einfuhr von Erzeugnissen IUU-Fischerei in die EU verbietet. Somit wurde sie als verfrüht abgelehnt, wurde aber im Jahre 2011 vom Parlament wieder aufgenommen.

Fischerei die sich nicht an die Vorgaben zu Fangquoten, Schonzeiten und Schongebieten hält, gilt als IUU-Fischerei und ist eine grosse Bedrohung für die Fischbestände. Die nachhaltige Bewirtschaftung der Meere, Seen und Flüsse wird durch diese Vorgaben gefördert und eine Zuwiderhandlung schränkt ihre Wirksamkeit stark ein. Ausserdem gilt die Tragik der Allmende, wobei die anderen Teilnehmer durch die Zuwiderhandlung einzelner geschädigt werden.

Mit dieser Motion will verhindert werden, dass die Schweiz zum Absatzmarkt für Erzeugnisse aus IUU-Fischerei wird. Durch diese Verkleinerung der Absatzmärkte, kann die Schweiz einen Beitrag zur nachhaltigen Nutzung der weltweiten Fischbestände leisten. Es sollen Vorschrifen ähnlich zur Regelung in der EU eingeführt werden um die Fischereierzeugnisse zu kontrollieren. Die Einfuhr von Fischprodukten aus Länder mit hohen Standard in der Bekämpfung von IUU-Fischerei soll aber erleichtert möglich sein.

Beitrag kommentieren