© Eljay, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
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Igel im Herbst: Bitte nicht stören!      

  • Cécile Villiger
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Igel sind im Herbst besonders aktiv. Die Tiere suchen Nahrung für den nötigen Winterspeck und einen geeigneten Unterschlupf für den Winterschlaf. Gesunde, kräftige Igel überleben den Winter in der freien Natur ohne Probleme, wenn sie nicht gestört werden.

Die Tierschutzstiftung Vier Pfoten warnt dringend davor, Igel aus falsch verstandener Fürsorge der Natur zu entnehmen. Der Igel ist ein besonders geschütztes Wildtier und gehört nur im absoluten Notfall in menschliche Obhut. Ab einem Gewicht von 500 Gramm sind Igel in der Regel ausreichend gewappnet, um im Spätherbst in den Winterschlaf zu gehen. „Schwache, verletzte, kranke oder elternlose Igel, die zum Überleben Unterstützung brauchen, sind häufig daran zu erkennen, dass sie sich am Tag zeigen. Normalerweise sind Igel nachtaktiv“, so Lucia Oeschger, Kampagnenleiterin bei Vier Pfoten Schweiz.

Was tun, wenn man einen hilfsbedürftigen Igel findet?

Findet man einen offensichtlich hilfsbedürftigen Igel, sollte dieser behutsam mit Handschuhen eingefangen und in einem Katzentransportkorb zu der nächstgelegenen Igelstation gebracht werden. Die Pflege erfordert sehr viel Sachverstand, Zeit und Geld und sollte nur einem Experten überlassen werden. In der Schweiz gibt es Igelstationen in verschiedenen Kantonen. Dort kümmern sich Fachleute um das Wohl der Tiere. Wichtig ist, dass die Tiere, bevor sie den Experten übergeben werden, nie, auch nicht übergangsweise, mit ins Haus genommen werden. Die warmen Temperaturen führen zu einem rapiden Anstieg der ungewünschten Parasiten wie Flöhe oder Lungenwürmer.

Damit Igel gut in den Winter kommen, fordert Vier Pfoten Gartenbesitzer zur Mithilfe auf: Die Einrichtung einer Futterstelle in geschützter Lage sowie liegengelassene Laub-, Zweige- oder Komposthaufen bieten den Igeln Schutz vor Wind und Wetter. Zudem sollte unbedingt auf Motorsensen verzichtet werden. Diese sind, nach dem Autoverkehr die häufigste Verletzungs- und Todesursache von Igeln durch Menschenhand. Die Tiere bauen sich gern unter Hecken ihren Unterschlupf und können durch ihre gute Tarnung oft nicht rechtzeitig, vor dem Einsatz der Motorsense, erblickt werden. Auch Mähroboter können für Igel gefährlich werden und sollten daher nach dem späten Nachmittag nicht mehr laufengelassen werden.

Unter diesem Link sind die Igelstationen in der Schweiz aufgeführt.

4 Kommentare

  • Christine Dobler Gross

    Bitte stören! Nämlich jene, die mit ihren Motorsensen mähen, auch unter die Büsche, und sich nichts dabei denken. Appelle in den Medien reichen nicht, (werden meist von schon sensibilisierten Leuten gelesen) die Mähenden müssen direkt angesprochen werden auf die Gefahr, in welche sie so, ohne es zu merken, allfällige Igel (und Kröten usw.) bringen. NICHT unter den Büschen mähen, wo man nicht hinsieht! Es verenden noch so noch genug Tiere bei dem allgegenwärtigen Putzwahn des Facilitymanagements in der Natur.

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  • Vreni Homberger

    Das Gewicht allein sagt über den Gesundheitszustand nicht allzu viel aus: wenn ein „Herbstigel“ Ende Oktober 500g auf die Waage bringt, ist das ein gutes Gewicht, bei einem erwachsenen Tier mit diesem Gewicht ist die Situation lebensbedrohlich.

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  • Elisabeth Bär

    Bei mir im Garten ist nachts oft ein Igel eingerollt in der Höhe, die ich für die Igeln vorbereitet habe. Tagsüber ist er weg. Kann es sein, dass er sein Winterquartier zuerst testet?

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    • Viktoria

      Der hat schon mal das Zimmer reserviert…!


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