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Idee: Metro-Ticket mit Pfandflaschen bezahlen

  • Eliane Küpfer
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An den Metro-Stationen in Peking gibt es Leergutautomaten, die es den Reisenden erlauben, ihre Fahrkosten durch Recycling zu bezahlen. Die Passagiere müssen eine PET-Flasche in den Automat werfen und zwanzig Sekunden warten, bis die Flasche zu einem Drittel ihrer Originalgrösse zusammengequetscht ist. Dafür erhalten die Kunden dann einen Yuan (15 Rappen) auf ihren Computerpass geladen. Bis jetzt wurden die Maschinen in zwei Stationen, Jinsong und Shaoyaoju, installiert.

„Das ist Bequem, wir sollten mehr von diesen Maschinen haben“, sagt Liu Jing, eine Lehrerin, welche die Maschine für das Filmteam ausprobierte. Jedoch kritisiert sie, dass die Öffnung für den Flascheneinwurf zu hoch oben ist. Es sei wichtig Kinder zu umweltfreundlichem Verhalten zu ermuntern. Die Maschine konkurriert mit den zahlreichen Untergrund-Müllsammlern und Sammelzentren, welche rezyklierbare Materialien in Abfall umwandeln und so zur Verschmutzung beitragen.

Der Hersteller der Maschiene , Incom, ist zuversichtlich, dass die Maschinen ein grosser Gewinn ist, da so mehr Plastik wiederverwertet werden kann und Ressourcen gespart werden. Im Moment befinden sich die Leergutautomaten noch in der Testphase, doch das Unternehmen plant 3000 weitere Geräte in der ganzen Stadt aufzustellen, auch in Schulen, Wohngebieten, an Bushaltestellen und in Einkaufszentren. Sicher eine gute Idee, auch weil es doppelt nachhaltig ist: zum einen wird so Leergut gesammelt und gleichzeitig ersparen sich Pendler, die den öffentlichen Verkehr nutzen den Weg zu einer Leergutsammelstelle.

Auch die grüne Partei der Schweiz ist für die Wiedereinführung des Pfandsystems, da es einen Anreiz für weniger und ökologischeres Verpackungsmaterial schafft. Zwar sind die Recyclingquoten in der Schweiz heute mit 81 % für PET, 91 % für Alu und bei 94 % für Glas sehr gut. Doch Erfahrungen in Deutschland zeigen, dass mit dem Pfand eine Rücklaufquote von 99 % erreicht werden kann. Und Ressourcen zu sparen bedeutet nicht nur gebrauchte Waren zu rezyklieren. Denn die wiederaufbereitung von Plastik braucht Energie und zudem ist es ein „Downcycling“. Da der gemischte Plastik eine schlechtere Qualität und nicht dieselben Eigenschaften hat wie reiner Plastik,  eignet er sich nicht zur Produktion von neuen Pfandflaschen. Es ist daher wichtig gesammthaft weniger Abfall zu produzieren und zum Beispiel wiederauffüllbare Trinkflaschen mitzunehmen.

Grüne – Pfand

Bild: Youtubevideo

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