Hut ab vor der KEV

  • Nora Kieselbach
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Seit 2009 wird in der Schweiz Strom aus erneuerbaren Energien mit der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) gefördert. Eine vom Bundesamt für Energie (BFE) in Auftrag gegebene externe Evaluation bestätigt nun die Wirksamkeit dieses Förderinstruments und macht Empfehlungen zu dessen Optimierung.

Einige der wichtigsten Feststellungen des Evaluationsberichts:

– Die KEV führt zu den erhofften Reaktionen bei den Zielgruppen und entfaltet eine hohe Wirkung
– Das Energie-Ziel, die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien um 5‘400 Gigawattstunden (GWh) bis 2030 zu erhöhen, kann mit der aktuellen Ausgestaltung der KEV erreicht werden
– 26 bis 33 Prozent der Gesuchstellenden sind Mitnehmende, die ihre Anlage auch ohne Unterstützung über die KEV gebaut oder saniert hätten
– 2010 wurde der Strom aus KEV-Anlagen mit insgesamt 103 Millionen Franken vergütet, davon 69 Millionen Franken Fördermittel, der Rest war über den Marktpreis gedeckt
– Unter Berücksichtigung der Vollzugskosten und des Mitnahmeeffekts kostete eine Kilowattstunde bei der Kleinwasserkraft 13.5 Rappen, bei Windenergieanlagen 16 Rappen, bei der Biomasse 18.5 Rappen und bei der Photovoltaik 77 Rappen
– Der Vollzug der KEV ist aufgrund des geltenden Gesetzes sehr kompliziert und führt zu hohen Vollzugskosten (2010: 7 Prozent der gesamten Fördersumme)

Das Evaluationsteam leitet daraus unter anderem folgende Empfehlungen ab:

– Im Energiegesetz soll festgelegt werden, wie lange die KEV-Förderung betrieben und welches Produktionsziel mittelfristig mit der KEV erreicht werden soll
– Kurzfristig soll die KEV nicht durch ein anderes Instrument (Quotenmodell, Ausschreibungen) ersetzt werden
Der KEV-Gesamtdeckel soll aufgehoben werden! Bei der Photovoltaik sollen jedoch Vorkehrungen getroffen werden, um den Zubau nach Massgabe der technischen und wirtschaftlichen Fortschritte zu steuern und eine Kostenexplosion zu vermeiden

Weitere Informationen

Bundesamt für Energie BFE

Bild: Fernando Tomás [CC-BY-2.0] via Flickr

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