© Ende Gelände  [CC-BY-SA-3.0], via Flickr
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Hunderte Demonstranten gegen Kohleabbau

  • Judith Schärer
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Bei der Aktion „Ende Gelände – Kohlebagger stoppen, Klima schützen!“ nahmen am Samstag 1.500 Menschen an einer Blockade des Tagebaus Garzweiler im Rheinischen Braunkohlerevier teil. Die AktivistInnen setzten damit ein Zeichen für einen sofortigen Kohleausstieg und globale Klimagerechtigkeit.

Im Vorfeld der Aktion hatte das bisher größte Klimacamp in Deutschland mit über 1000 TeilnehmerInnen aus über 40 Ländern und allen fünf Kontinenten stattgefunden. Zusätzlich zur Aktion im Tagebau von RWE (zweitgrösster Energieversorgungskonzern Deutschlands) selber fanden diverse Aktionen sowie eine Solidaritäts-Demontration statt. Die Aktivisten klagten dabei die Umwelteinflüsse der Kohleförderung an, wie zum Beispiel Schwermetallemissionen (vor allem Quecksilber) und CO2-Belastung durch Kohlekraftwerke.

Im Verlaufe der Aktion gab es zahlreiche Zusammenstösse zwischen Polizei und Demonstranten. Nach Angaben der SanitäterInnen wurden über 200 AktivistInnen durch Pfefferspray und Dutzende durch Schlagstockeinsatz verletzt. Wie die Klimabewegung berichtet, gab es eine intensive Zusammenarbeit von Polizei und privatem Sicherheitsdienst von RWE: So wurden beispielsweise RWE Geländefahrzeuge zum Transport von Polizeikräften genutzt. Insgesamt wurden rund 300 Personen von der Polizei in Gewahrsam genommen. Der drohende Klimawandel und der mangelnde politische Wille, sich gegen den größten Klimakiller, die Braunkohle, einzusetzen, legitimieren aus Sicht der AktivistInnen den zivilen Ungehorsam. Trotz der negativen Folgen für viele Aktivisten ist man sehr zufrieden mit der Aktion.

„Ende Gelände ist eine neue Dimension des Widerstandes gelungen. Menschen, die teilweise vorher noch nie gegen die Kohle protestiert haben, brachten den gesamten Tagebau zum Stillstand. Das ist ein großer Erfolg für die Klimabewegung und für jeden einzelnen der AktivistInnen“

Martin Weis, Pressesprecher „Ende Gelände“

Die Aktion schaffte es zumindest sicher, die Aufmerksamkeit auf das Thema des Kohleabbaus und dessen Konsequenzen für die Umwelt zu lenken. Dass die Thematik durchaus aktuell ist, zeigt sich durch diverse weitere Veranstaltungen und Aktionen, welche in den nächsten Tagen und Wochen geplant sind.

© Ende Gelände [CC-BY-SA-3.0], via Flickr
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