Bohnen braucht die Welt. | © Kenneth Leung, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Bohnen braucht die Welt. | © Kenneth Leung, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Hülsenfrüchte braucht das Land     

  • Amanda Buol
  • -

Die UNO ruft 2016 das internationale Jahr der Hülsenfrüchte aus. Sie haben nämlich das Potenzial, die globale Landwirtschaft schonend zu intensivieren.

Zu den Hülsenfrüchten zählen unter anderem Bohnen, Erbsen oder Soja. Die sogenannten Fabaceen oder Leguminosen sind somit die drittgrösste Pflanzenfamilie der Welt, nach den Orchideen und den Korbblüter. Einige der Hülsenfrüchte sind sehr wichtig in der Landwirtschaft und sollten daher mehr Aufmerksamkeit erhalten, meint die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO). Aus diesem Grund steht das Jahr 2016 im Zeichen der Hülsenfrüchte.

Die Hülsenfrucht besticht nicht mit Schönheit, Ertrag oder Macht sondern mit ihren inneren Werten. Sie haben nämlich das Potenzial, die Landwirtschaft schonend zu intensivieren. In der „industriellen“ Landwirtschaft wird Stickstoff meist in Form von mineralischen Dünger massenhaft dem Boden hinzugefügt. Tropische Böden dagegen kämpfen mit Stickstoffmangel. Das Geheimnis der Fabaceen-Arten ist nun die Symbiose mit Bakterien, die Stickstoff aus der Luft binden können. Dies beschafft der Pflanze den Vorteil, dass sie von der Stickstoffversorgung, welche für fast alle Pflanzen essentiell ist, befreit wird. Die Bakterien erhalten dafür Kohlenstoffe, welche die Leguminosen durch die Photosynthese produziert haben. Dank dieser Symbiose eignen sich die Leguminosen besonders als nachhaltiger Gründünger.

Die Fabaceen nutzen die Stickstoffe für unterschiedliche Zwecke. So speichern zahlreiche Arten in ihren Samen Stickstoff in Form von Proteinen, damit diese gut gedeihen. Auch der Mensch entdeckte diese Proteinspeicher bereits früh und domestizierte schon seit langer Zeit Hülsenfrüchte.

Genau das Proteinreichtum dieser Hülsenfrüchte möchte die FAO 2016 ins Zentrum rücken. Denn dadurch wird eine ausgewogene Ernährung ohne Fleischkonsum ermöglicht. In der Landwirtschaft kann auf mineralischen Stickstoff verzichtet werden und schädliche Nebenwirkungen werden verringert. Die Fruchtfolgen mit Leguminosen-Zwischenfolgen profitieren von der stickstoffreichen Wurzelstruktur, der als Humus im Boden bleibt.

Beitrag kommentieren