Feldhase

Hopp Hase!

  • Nora Kieselbach
  • -

Ackerland = Hasenland. Der Name „Feldhase“ kommt nicht von ungefähr: in Mitteleuropa erreicht der ursprüngliche Bewohner der Steppen die höchsten Bestandesdichten im Ackerland, besonders im Getreideanbaugebieten. Der Verein HOPP HASE will, dass auch im Kanton Baselland wieder viele Hasen leben können. Jäger und Naturschützer setzen sich gemeinsam für den Feldhasen ein. Das Ziel ist es, dass die Hasenbestände in ausgewählten Gebieten bis 2015 wieder auf mindestens 10 Hasen pro Quadratkilometer anwachsen. Aber auch andere Tier- und Pflanzenarten der offenen Feldflur sollen wieder häufiger werden.

Zwischen Rheinach und Aesch, wo seit 2008 hasenfreundliche Massnahmen umgesetzt werden, wurde diesen Frühling zum vierten Mal mehr Hasen gezählt als im Vorjahr. Hasenfreundliche Brachen, hasenfreundliches Getreide und hundefreie Felder scheinen der Schlüssel zum Erfolg zu sein. Nur welche Massnahme bringt wieviel? Um dies zu klären, werden dieses Jahr Versuche durchgeführt zur Wirkung von Brachen einerseits und hasenfreundlichem Getreide andererseits. Im Gebiet Reinach-Aesch bleibt der Massnahmenmix bestehen.

Bisher wurden Buntbrachen mit maximal 25 Meter Breite gefördert. Für Junghasen scheint dies zu wenig zu sein. Die ideale Buntbrache für den Feldhasen ist möglichst breit, am besten quadratisch, hat eine lückige, niedrige Vegetation mit ein- und zweijährigen Kräutern, ist auf allen Seiten von Kulturen umgeben und wird fernab vom Waldrand, von Hecken oder vom Wegrand angelegt. Entsprechende Versuche werden mit dem landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain gemeinsam unternommen.

HOPP HASE kann ab diesem Sommer ausserdem in drei Testgebieten während drei Jahren je rund 10 ha hasenfreundliches Getreide  anbieten – d.h. dünn gesätes, hasenfreundliches Wintergetreide. Um sicher zu sein, dass eine allfällige Zunahme der Hasenbestände tatsächlich durch diese Massnahme verursacht ist, sollen die Versuche in Gebieten durchgeführt werden, wo keine anderen Hasen-Fördermassnahmen im Gange sind.

Ausser der Wirkung auf den Feldhasenbestand wird dabei auch die Wirkung auf Brutvögel, den Ertragsausfall und das mögliche Problem mit Unkräutern im Getreide untersucht. Zudem wird die Zahl und das Schicksal der Junghasen in den hasenfreundlichen Feldern mit der Situation in normalen Getreidefeldern in den Untersuchungsgebieten verglichen.

Weitere Informationen

Verein HOPP HASE
Verein HOPP HASE Flyer (pdf)

JagdBaselland
Pro Natura Baselland
Basellandschaftliche Natur- und Vogelschutzverband BNV

Landwirtschaftliches Zentrum Ebenrain LZE

Bild: Dontworry [CC-BY-SA-3.0] via Wikimedia Commons

Beitrag kommentieren