© Waugsberg (Own work) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons
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Honigbienen schlafen nach Berufsgruppen getrennt

  • Nicole Wabersky
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Die Aktivitäten in einem Bienenvolk sind bestens organisiert. Dabei halten die Insekten eine strikte Arbeitsteilung ein: Waben reinigen, Brut und Königin füttern, Wachs produzieren und Waben bauen, vor dem Stock Wache halten, Nektar und Pollen sammeln – all diese Aufgaben werden jeweils von bestimmten „Berufsgruppen“ erledigt. 

Aber wie verhält es sich mit den Schlaf- und Ruhephasen? Handelt es sich dabei lediglich um ein Fehlen von Aktivität bei Bienen, die dort, wo sie sich gerade aufhalten, einfach nichts tun? Oder zeigt das Bienenvolk auch beim Schlafverhalten berufsgruppenspezifische Muster? Dies untersuchten die Biologen Barrett Klein, Martin Stiegler, Arno Klein und Jürgen Tautz von der Universität Würzburg und von der University of Wisconsin – La Crosse (USA) in der Zeitschrift PLOS ONE berichten.

Junge Bienen, die im Innendienst eingesetzt sind, schlafen generell in leeren Zellen nahe beim Zentrum des Stocks, meistens im Brutbereich. Sie durchlaufen täglich mehrere Schlafphasen, die sich auf Tag und Nacht verteilen.

Wenn die Bienen vom Innen- zum Außendienst wechseln, verschieben sich ihre Schlafphasen allmählich. Tautz erklärt: „Je älter die Bienen werden, desto weniger schlafen sie. Als Sammelbienen zeigen sie einen deutlichen Tag-Nacht-Rhythmus im Schlafverhalten. Sie schlafen dann generell außerhalb von Zellen und näher am Rand der Waben. Dort dürften sie in der Nacht weitgehend ungestört sein.“

Wurde der Bienenschlaf zunächst nur an Phasen der Bewegungslosigkeit festgemacht, stellte man später auch bei den fleißigen Insekten unterschiedlich tiefe Schlafphasen fest. Wie beim Menschen sorgt auch bei Bienen ein Schlafentzug dafür, dass sich die Lern- und Kommunikationsfähigkeit verringert.

Zur biologischen Funktion des Schlafes bleiben laut Mitteilung auch bei Bienen viele Fragen ungelöst. In der Wissenschaft gibt es zwar unterschiedliche Erklärungen, aber keine davon ist allgemein anerkannt. Eine Hypothese geht zum Beispiel davon aus, dass sich der Organismus im Schlaf regeneriert. Eine andere betrachtet den Schlaf als Energiesparmaßnahme, und eine dritte besagt, dass das Gehirn im Schlaf wichtige von unwichtigen Informationen trennt und das Gedächtnis sinnvoll belädt.

Mehr Details über den Schlaf der Bienen will das Würzburger Forschungsteam bei weiteren Untersuchungen herausfinden. Das Team von Tautz setzt dabei unter anderem auf das Hobos-System (Hobos steht für „Honeybee Online Studies“): Dabei wird das Geschehen in einem Bienenstock mit verschiedenen Sensor- und Messtechniken rund um die Uhr online überwacht; die Werte sind per Internet abrufbar: www.hobos.de

Mit Hobos haben die Würzburger Forscher bei Bienen jetzt auch eine bislang unbekannte Schlafhaltung entdeckt:

© Hobos-Team
© Hobos-Team

Die Tiere klemmen sich dabei mit Kopf und Hinterleibsende zwischen zwei Waben und lassen ihre Fühler und Beine ganz entspannt baumeln. In dieser Stellung können sie bis zu 30 Minuten komplett regungslos verharren. Ansonsten bleiben Bienen beim Schlafen einfach auf der Stelle sitzen und lassen ihre Fühler hängen.

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