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Honigbienen alleine reichen nicht aus

  • Corinna von Kürthy
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Landwirtschaft hängt von vielen Leistungen der Natur ab, die keinen direkten Marktwert haben: von Zersetzungsprozessen im Boden, Wasserreinigung, natürlicher Schädlingskontrolle und der Be- stäubung von Nutzpflanzen durch frei lebende Bestäuber. Dazu zählen Wildbienen, Fliegen, Käfer, Schmetterlinge, Vögel und Fledermäuse.

Etwa ein Drittel der weltweiten Nahrungsmittelproduktion wird von Bestäubung beeinflusst – und herrscht ein Mangel an Bestäubern, fallen die Ernten oft sehr gering aus.

Wie der Informationsdienst Wissenschaft kürzlich berichtete, hat nun eine weltweite Studie mit Beteiligung verschiedener Universitäten gezeigt, dass Pflanzen besonders viele Früchte und Samen hervor bringen, wenn möglichst viele unter- schiedliche Arten frei lebender Bestäuber vorhanden sind. Die Forscher konnten nach der Untersuchung von insgesamt 600 Feldern mit 41 Nutzpflanzenarten aus 20 Ländern nachweisen, dass der Blütenbesuch der wilden Bestäuber, insbesondere der Wildbienen, doppelt so effektiv ist wie der der Honigbienen. Egal wie viele Honigbienen in einem Feld unterwegs sind, der Ertrag wird immer gesteigert, wenn wildlebende Insekten an der Bestäubung beteiligt sind. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin „Science“ publiziert.

„Die Ergebnisse machen deutlich, dass eine ertragreiche Landwirtschaft nicht ohne Artenvielfalt auskommt“, so Prof. Dr. Teja Tscharntke, Leiter der Abteilung Agrarökologie der Universität Göttingen. „Es wäre sehr riskant, sich bei der Bestäubung von Nutzpflanzen alleine auf die vom Menschen gemanagten Honigbienen zu verlassen, deren Anzahl durch Parasiten und Pestizide in jüngerer Zeit stark beeinträchtigt wurde. Konzepte zur Förderung weltweiter Nahrungsmittelsicherheit sollten auch den Schutz frei lebender Bestäuber, namentlich der Wildbienen, berücksichtigen.“

Bild: Waugsberg [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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