Holzzertifizierung bringt nicht mehr Einnahmen

  • Barbara Darani
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Waldbesitzer mit einem Nachhaltigkeitslabel sehen ihre Hoffnungen nach höheren Einnahmen nicht erfüllt. Weil in der Schweiz zu viel zertifiziertes Holz angeboten wird, bleiben die Holzpreise tief.

Die beiden Labels FSC und PEFC – das von Umweltorganisationen gestützte Forest Stewardship Council und das von den Waldbesitzern unterstützte Programm for the Endorsement of Forest Certification Schemes – können als PR- und Marketing-Instrument benutzt werden und zeichnen ökologische Forstbetriebe aus. Dennoch zogen am Mittwoch, 20. Mai 2009 in Zollikofen bei Bern die Waldbesitzer der Kantone Bern, Zürich, Graubünden, Aargau, Solothurn, Neuenburg, Wallis und des Kantons Waadt eine durchzogene Bilanz der Zertifizierung des Schweizer Waldes, wie die Nachrichtenagentur SDA berichtet.

Gestützt durch eine Studie der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft (SHL) kritisieren sie die im internationalen Vergleich hohen Zertifizierungskosten und Auflagen. Während in Vergleichsländern wie Deutschland, Österreich, Frankreich oder Tschechien das PEFC-Label dominant ist, wird in der Schweiz auch das FSC-Label verwendet. Damit gebe es in der Schweiz einzigartig viele doppelzertifizierte Waldflächen. Insgesamt sind gemäss Bundesamt für Umwelt 56 Prozent der Schweizer Waldfläche zertifiziert. Auch seien die Bewirtschaftungsauflagen des PEFC-Labels im Ausland grundsätzlich weniger streng. Hingegen gelte in der Schweiz ein einheitlicher Zertifizierungsstandard. Und weil in der kleinräumigen Schweiz die Waldfläche klein ist, sind die Zertifizierungskosten pro Hektar höher. SVP-Nationalrat und Vize-Präsident der Berner Waldbesitzer Erich von Siebenthal fordert nun, dass der Schweizer Wald national zertifiziert wird.

Landwirtschaftlicher Informationsdienst

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