Holzkauf: nur 6 Kantone top

  • Barbara Darani
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Beim Holzkauf achtet die Mehrheit der Kantone nicht auf soziale und ökologische Kriterien bei der Produktion. Dies zeigt eine WWF-Studie zur Holzbeschaffung. Deshalb braucht es neue Regeln im öffentlichen Beschaffungswesen.

Die Nachfrage nach Holz steigt weltweit. Doch dieser globale Rohstoff wird oft unter fragwürdigen Umständen gewonnen. Problematisch ist dabei nicht nur das Tropenholz, sondern ebenso Holz aus Teilen Skandinaviens und Russland. Auch dort wird Raubbau betrieben und illegal Holz geschlagen. Umso wichtiger ist es, Holz aus vorbildlich bewirtschafteten Wäldern zu kaufen, wie dies bei FSC-Produkten garantiert ist.

Der WWF Schweiz hat untersucht, wie die Kantone ihr Holz beschaffen. Wissen sie, ob ihr Holz nachhaltig und legal produziert wurde – und woher es kommt? Das Ergebnis der Studie ist ernüchternd. „Wir müssen davon ausgehen, dass viele Kantone auch Holz verbauen, das illegal produziert wurde oder das aus Raubbau stammt“, sagt Thomas Wirth, Waldexperte beim WWF. Der Handlungsbedarf ist gross, denn die meisten Kantone achten beim Holzeinkauf zu wenig auf ökologische Kriterien. Nur Appenzell Ausserrhoden, Bern, Solothurn, Waadt, Jura und Basel Stadt erhalten in der Studie gute Noten. Dank guten Richtlinien kaufen sie zu über 80 Prozent Holz aus vorbildlich bewirtschafteten Wäldern.

Zur Lösung des Problems fordert der WWF Schweiz neue Ausschreibungskriterien bei der öffentlichen Beschaffung. „Es braucht gesetzliche Eignungskriterien auf FSC-Niveau, um Holz aus Raubbau auszuschliessen“, sagt Wirth. Von einer neuen Regelung wird auch die Schweizer Holzindustrie profitieren. Denn im Gegensatz zu unseren Nachbarländern sind bei uns bereits fast 70 Prozent des Holzes FSC-zertifiziert.

WWF

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