© Matthias Ripp [CC-BY-SA-3.0], via flickr
© Matthias Ripp [CC-BY-SA-3.0], via flickr

Hoher Energieverbrauch in der Schweizer Landwirtschaft

  • Kathrin Ruprecht
  • -

Die diesjährige Auswertung des Agarumweltindikators zum Energieverbrauch bestätigt einen sehr hohen Energiebedarf der Schweizer Landwirtschaft. Das meiste davon ist in Form von grauer Energie in Gebäuden, Maschinen und Futtermittel gebunden. Nun sind Energiesparende Produktionsverfahren gefragt.

In der Landwirtschaft haben erneuerbare Energieträger einen verschwindend kleinen Anteil, denn zum grössten Teil werden fossile Energieträger eingesetzt. Die kleinflächige Struktur, die intensive Bewirtschaftung und der hohe Mechanisierungsgrad, führen zudem zu einer sehr energieintensiven Bewirtschaftung. Dazu kommt der hohe Anteil an Gewächshäuser und die vermehrte Tierhaltung, welche sehr viel Energie verbrauchen. Alles in allem verbraucht die Schweizer Landwirtschaft pro Hektare und Jahr rund 51 Gigajoule. Das ist umgerechnet 1400 Liter Heizöl! Zu diesem Schluss kommt Agroscope im Bericht über den diesjährigen Agrarumweltindikators zum Energieverbrauch der Schweiz.

Der Gesamte Energieverbrauch setzt sich aus direktem- und indirektem Energieverbrauch zusammen. Unter direktem Energieverbrauch versteht man den Verbrauch durch den Betrieb und Nutzung landwirtschaftlicher Maschinen und Gebäude, während der indirekte Verbrauch, oder auch graue Energie genannt, sich aus Energieaufwendungen zur Herstellung von Maschinen, Dünner, importierten Futtermitteln und dem Bau von Ställen, Lagerhallen und Gewächshäusern zusammen setzt.

Siebzig Prozent des gesamt Energieverbrauchs entfällt auf die indirekte Energie, wovon ein Grossteil für landwirtschaftliche Maschinen und Gebäude gebraucht wird. Aber auch die Energieaufwendung für die Herstellung von importieren Futtermittel macht einen grossen Anteil aus. Vor allem hat sie sich, seit Ende der 90er Jahre, verdoppelt durch die Ausweitung der Tierhaltung. Auf der anderen Seite ist der Verbrauch an Mineraldünger zurückgegangen durch eine bessere Abschätzung des Bedarfs. Die Herstellung von Pflanzenschutzmitteln und importiertem Getreidesaatgut führte zu keinem nennenswerten Anteil am indirekten Energieverbrauch.

Rund 30 Prozent des direkten Energieverbrauchs stammt vom Verbrauch von Treibstoffen, Brennstoffen, Elektrizität und erneuerbaren Energien. Dabei stellt der Dieselverbrauch den grössten Anteil. Aber auch der Brennstoffverbrauch und der Einsatz von Elektrizität in Gewächshäusern und für den Gemüseanbau machen einen hohen Anteil aus. Hingegen ist der Anteil von  erneuerbaren Energien immer noch sehr klein obwohl er sich seit 1990 verdoppelt hat.

Diese Zahlen stellen die Situation übersichtlich dar und machen deutlich, dass sich der Gesamtenergieverbrauch seit 1990 nur wenig verändert hat. Leichte Veränderungen sind auf den gestiegenen Futtermittelbedarf und den gesunkenen Mineraldüngerverbrauch zurückzuführen.

Möglichkeit um den Energiebedarf in der Landwirtschaft zu senken sieht die Agroscope auf jeden Fall. Zum Beispiel könnten verbesserte Maschinenparameter und Fahrstrategien helfen den Dieselkraftstoff zu reduzieren. Zudem muss der Verbrauch an Heizöl, Gas und Strom in Gewächshäusern und Stallgebäuden verringert werden. Um den indirekten Energieverbrauch zu verringern, wie zum Beispiel der Maschinenproduktion, müssen energiesparende Produktionsverfahren entwickelt werden.

Um den Einfluss der Landwirtschaft auf die Umwelt zumessen, setzt das Bundesamt für Landwirtschaft ein Agrarumweltmonitoring ein. Der Indikator „Energieverbrauch Landwirtschaft“, wie hier beschrieben, wird in diesem Zusammenhang jährlich erhoben. Die weitere Verarbeitung der Primarprodukte, wie z.B. Milch zu Käse, und der Agrotourismus wird hierbei nicht berücksichtigt.

Beitrag kommentieren