Kleine_Hufeisennase

Hoffnung für Fledermäuse

  • Sophie Ryser
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Fledermäuse haben es schwer in Europa. Sie leiden unter Habitatsverlust durch Intensivierung der Landwirtschaft, Fragmentierung und Zerstörung von Schlafplätzen. Zum Teil wurden sie aktiv getötet oder durch Chemikalien, welche zur Behandlung von Holz verwendet wurden, vergiftet. Dies liess die Bestände vieler der 45 europaweit vorkommenden Fledermausarten besonders in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts schrumpfen. Ein Bericht der Europäischen Umweltagentur (EEA) lässt nun aber hoffen, dass sich die Populationen langsam erholen.

Für die Untersuchung wurden Zahlen aus Überwinterungsorten der Fledermäuse gesammelt. Insgesamt wurden Daten von 16 Spezies aus 9 Ländern von 1993 bis 2011 ausgewertet. Die beteiligten Länder waren Deutschland, Lettland, Ungarn, die Niederlanden Österreich, Portugal, Slowenien, die Slowakei und Grossbritannien. Insgesamt wurden 6000 Überwinterungsgebiete über Jahre hinweg studiert.

Total haben die untersuchten Fledermausarten zwischen 1993 und 2011 um 43 Prozent zugenommen, wobei die Tendenz seit 2003 ziemlich stabil ist. Neun Arten zeigen eine positive Tendenz, eine Art (das Graue Langohr) hat deutlich abgenommen und zwei Arten zeigen keine eindeutige Entwicklung. Der Bericht betont zwar, dass erst deutlich von einer Zunahme der Bestände gesprochen werden kann, wenn grössere Gebiete und mehr Arten untersucht worden sind, trotzdem zeigen diese Resultate, dass sich die Populationen zu erholen scheinen.

Diese Zunahme könnte also die Reaktion auf nationale und europaweite Schutzbemühungen sein. Durch den Schutz ihres Lebensraumes und Aufklärung über die Problematik konnte den Fledermäusen offensichtlich in der letzten Zeit geholfen werden. Trotzdem sind Fledermäuse auch weiterhin als gefährdet zu betrachten. Denn sie vermehren sich nur langsam und neue Bedrohungen wie Windräder könnten die Populationen schnell wieder reduzieren.

Vollständiger Bericht (Englisch)

Bild: F. C. Robiller / naturlichter.de [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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