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Hoffnung für Amphibien

  • Daniela Cervenka
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Insgesamt stehen 70 Prozent unserer heimischen Amphibienarten auf der Roten Liste. Nicht nur in der Schweiz haben es die Amphibien schwer, sondern weltweit sinken die Amphibienbestände stetig. Neben Klimawandel und Habitatsverlust ist der Chytridpilz Batrachochytrium dendrobatidis (Bd) für das grosse Amphibiensterben verantwortlich (naturschutz.ch berichtete). Hat sich der Chytridpilz erst einmal erfolgreich in einer Population etabliert, kann dies zur kompletten Ausrottung der Population führen. Dieses Worst-Case-Szenario tritt jedoch nicht bei allen befallenen Populationen auf. Das zeigten Untersuchungen der Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans) in den Pyrenäen. Aufgrund dieser Beobachtungen begann ein internationales Forscherteam mit einer Reihe von Experimenten, die erklären sollten wieso die befallene Amphibienpopulation nicht stirbt.

Bei der näheren Betrachtung der Lebensräume der Amphibien stellten sie sehr große Unterschiede zwischen stark infizierten Seen und weniger stark infizierten Seen fest – sowohl im Hinblick auf die Vegetation als auch die Geologie. „Wir sahen bei der Untersuchung von Wasserproben deutliche Unterschiede im Hinblick auf die Entwicklung des Krankheitserregers“, berichtet Dirk S. Schmeller. Eine Serie von zusätzlichen Experimenten bestätigte anschließend im Detail, dass in den weniger stark infizierten Seen winzige Wasserräuber wie Protozoen und Rädertierchen große Mengen der Zoosporen des Bd-Pilzes vertilgen. „Der Hunger dieser winzigen Räuber lässt den Infektionsdruck für die gesamte Population sinken, weil weniger Kaulquappen infiziert werden“, erläutert Dr. Mark Blooi von der Universität Gent.

Die Arbeiten wecken die Hoffnung auf effektive biologische Bekämpfungsmethoden. Dazu könnte die Vielfalt der mikrobiellen Gemeinschaften gezielt gestärkt werden, indem Proben aus den Seen vor Ort genommen, die Feinde des Chytridpilzes im Labor vermehrt und anschließend dort wieder ausgesetzt werden. So könnte der Chytridpilz auf natürliche Weise bekämpft werden, ohne den Einsatz von Chemikalien oder gebietsfremden Bakterien.

Medienmitteilung

Bild: von Laurent Lebois (Flickr) [CC-BY-2.0], via Wikimedia Commons

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