Hochwasser in der Schweiz: WWF fordert mehr Raum für Flüsse

  • Redaktion Naturschutz
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Angesichts der prekären Hochwasser-Situation verlangt der WWF von Bund und Kantonen erneut, dem naturnahen Hochwasserschutz erhöhte Priorität einzuräumen und den Flüssen mehr Raum zu geben.

Über 10'000 Flusskilometer verfügen in der Schweiz laut dem WWF über zu wenig Raum. Pro Jahr werden aber nur 10 bis 20 Kilometer davon saniert. Welche Folgen dieses Missverhältnis haben kann, zeigt sich in diesen Tagen wieder deutlich: Die Flüsse haben in ihren starren Korsetts zu wenig Kapazität, um die grossen Wassermassen aufzunehmen und treten über die Ufer. Natürliche Überflutungsgebiete fehlen, weil sie in der Vergangenheit trockengelegt und für Landwirtchaft, Verkehrswege und Siedlungen nutzbar gemacht wurden.

Für WWF-Wasserexperte Andreas Knutti ist deshalb klar: „Der rein technische Hochwasserschutz hat versagt. Damit das Wasser in Zukunft nicht mehr so grosse Schäden anrichtet, braucht es Überflutungsräume. Dazu müssen Flüsse naturnaher gestaltet und ehemalige Auengebiete wieder hergestellt werden.“

Die gesetzliche Basis für einen naturnahen Hochwasserschutz ist vorhanden. Die Umsetzung scheitert gemäss dem WWF jedoch oft am Widerstand von Landbesitzern und am fehlenden politischen Willen, genügend Finanzen für diese Daueraufgabe zur Verfügung zu stellen. Deshalb fordert der WWF gesetzlich verankerte Revitalisierungs-Fonds – gespeist unter anderem mit den Wasserzins-Millionen. Zudem müssen heute noch unverbaute Flächen an Flüssen freigehalten werden, damit das Schadenspotential nicht weiter ansteigt.

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