© BirdLife Schweiz
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Hochstammobstbäume: Vielfältiger Lebensraum und Obstlieferant in einem

  • Mélanie Guillebeau
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Die Hochstammobstbäume präsentieren momentan ihre prachtvollen Blüten. Die Erhaltung von Hochstamm-Obstgärten ist nicht nur ihrer Schönheit wegen erwünscht, sondern insbesondere aufgrund der vielfältigen, angebotenen Lebensräume für Tiere und Pflanzen.

Heutzutage zieren rund 2.3 Millionen Hochstammobstbäume unsere Landschaften – lediglich 15 Prozent des Bestandes von 1951. Es ist somit nicht verwunderlich, dass mittelfristig mit Engpässen bei der Versorgung mit Obst aus Hochstammgärten gerechnet werden muss. Gleichzeitig hat der lang anhaltende Abnahmetrend das Verschwinden von zahlreichen Vogelarten, wie dem Rotkopfwürger zur Folge. Diese Umstände sowie die Vielfalt und Schönheit der Hochstammobstbäume sollen am 30. April, dem Nationalen Tag der Hochstammobstbäume, Beachtung finden.

Mit den Hochstammobstäumen hat auch der Bestand des Rotkopfwürgers drastisch abgenommen. Er ist so gut wie vollständig verschwunden. | © Michele Lamberti [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Mit den Hochstammobstbäumen hat auch der Bestand des Rotkopfwürgers drastisch abgenommen. Er ist in der Schweiz so gut wie vollständig verschwunden. | © Michele Lamberti [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Lebensraum für 3000 Tierarten

Hochstamm-Obstgärten bestehen aus einem wahren Mosaik von unterschiedlichsten Lebensräumen: Der Boden ist von einer artenreichen Grünschicht bewachsen, die zahlreiche Insekten beheimatet und eine Nahrungsgrundlage für Vögel schafft; in der Höhe finden sich in Baumhöhlen wichtige Brutplätze für Vögel; und den Abschluss bilden zahlreiche Nischen in Ästen, Stämmen und der Baumkrone. Dieses Mosaik aus vielfältigen Lebensraum-Elementen – die man in Niederstammanlagen vergeblich sucht – kann bis zu 3000 verschiedenen Tierarten Unterschlupf bieten. Damit stellen Hochstamm-Obstgärten eine der artenreichsten Lebensräume Mitteleuropas dar.

Der Gartenrotschwanz nutzt Nischen und Halbhöhlen in den Hochstamm-Obstgärten zum Brüten. | © José Manuel Armengod [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Hochstamm-Obstgärten zeichnen sich oft durch weitere angelegte Begleitstrukturen wie Hecken, Trockenmauern oder Asthaufen aus. Dank dieser Massnahmen weitet sich die vorgefundene Biodiversität auch auf das umliegende Gebiet aus.

Fördermassnahmen müssen intensiviert werden

Hochstamm-Obstgärten nehmen folglich eine Doppelrolle als Obstproduzent und Förderer der Biodiversität ein, weshalb sie besonderen Schutz verdienen. Um diesem Bestreben Folge zu leisten, müssen laut BirdLife Schweiz und Hochstamm Suisse die Investitionen erhöht werden und Hochstamm-Produkte gezielt vermarktet werden. Wichtig ist zudem, dass Landwirte bereits in der Ausbildung auf das Thema sensibilisiert werden.

„Zudem müssen Junglandwirte bezüglich Hochstammobstanbau und Biodiversität besser ausgebildet werden, und vom Handel braucht es ein Bekenntnis für Schweizer Industrieobst, für dessen Produktion der Hochstammanbau prädestiniert ist“, sagt Stephan Durrer, Geschäftsführer von Hochstamm Suisse.

Nationaler Tag der Hochstammobstbäume

Am 30. April wird bereits zum vierten Mal im Rahmen des Nationalen Tages der Hochstammobstbäume auf das schützenswerte Kulturgut aufmerksam gemacht. Hochstamm Suisse und BirdLife Schweiz laden in zahlreichen Obstgärten zu Blütenfesten, Exkursionen oder Märkten ein.

Die originale Medienmitteilung finden Sie auf der Website von BirdLife Schweiz. Weitere Informationen zu Hochstamm-Obstgärten werden auf der Website von Hochstamm Suisse angeboten. Alle Events zum Nationalen Tag der Hochstammobstbäume finden Sie auf dem Hochstamm-Blog.

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