© foto G.HAAS [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Hitzesommer und Landwirtschaft – eine brenzlige Kombination

  • Kathrin Ruprecht
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Die anhaltende Trockenheit der letzten dreissig Tage hat die Landwirte vielerorts in Bedrängnis gebracht. Mit dem fortschreitenden Klimawandel dürften solche Situationen künftig noch häufiger werden. Um sich darauf vorzubereiten und Ernteverluste und Futtermangel zu vermeiden braucht es mehr Bewässerung, aber auch längerfristige Anpassungen in Pflanzenbau und Landnutzung an wärmere und trockenere Sommermonate.

Aufgrund des anhaltenden Mangels an Niederschlägen und der starken Verdunstung der Pflanzen sind die Böden ausgetrocknet. Gleichzeitig sanken die Pegelstände der Bäche und Flüsse auf ein Minimum. Wasserentnahmen für die Bewässerung der Kulturen wurden vielerorts verboten. Wo Bewässerung nicht möglich war, sind Ertragsverluste und Futtermangel nicht mehr zu verhindern, schreibt AGROSCOPE. Auch ein Abflauen der Hitzewelle wird die Schäden nicht mehr kompensieren. Das erinnert an den Hitzesommer 2003 als die Schweizer Landwirtschaft wirtschaftliche Einbussen von rund 500 Mio Franken hinnehmen musste.

Mit dem Klimawandel häufen sich solche Situationen

Berechnungen mit Klimamodellen belegen, dass aufgrund des Klimawandels solche kritischen Bedingungen in der Schweiz häufiger werden. Anpassungen werden somit unumgänglich sein. Zum einen drängt sich die Verbesserung der Bewässerungsinfrastruktur mit Zugang zu ausgiebigen Wasserreservoiren sowie der Einsatz effizienter Bewässerungsverfahren auf. Aber auch die vorsorgliche Begrenzung der Wasserentnahmen aus kleineren Gewässern ist zu regeln.

Forschungsergebnisse von Agroscope und seinen Partnern zeigen zudem Massnahmen auf, welche die Abhängigkeit von der Bewässerung mindern könnten. Konservierende Bodenbearbeitung hilft die Wasserrückhaltung auf Ackerflächen zu verbessern. Zudem ist eine Umstellung angezeigt auf Kulturen und Sorten mit einem geringeren Wasserbedarf und besserer Hitzetoleranz, oder die Vorverschiebung der Wachstums- und Reifeperioden in die kühlere Jahreszeit durch frühere Saat oder den Anbau von Winter- statt Sommerkulturen. Noch weiter geht die Anpassung bei Verlagerung des Anbaus in Gebiete mit günstigeren Klima- und Bodenverhältnissen. Und schliesslich ist ein diversifizierter Betrieb mit genügender Lagerhaltung weniger betroffen als ein spezialisierter Betrieb. Für Situationen, in welchen solche Anpassungsmassnahmen nicht möglich sind, werden zur Zeit neue Möglichkeiten der Versicherung von trockenheitsbedingten Einkommensverlusten entwickelt und künftig auch angeboten.

Die gegenwärtige Lage in der Tierhaltung zeigt auch, dass künftig vermehrt Nachtweide, Anbieten von Schatten auf der Weide und im Laufhof beziehungsweise genügenden Tränkewasser, Berieselungsanlagen zur Kühlung oder die Verlagerung der Weidehaltung in höhergelegene Gebiete nötig werden. So können Hitzestress und Leistungseinbussen bei Nutztieren gemindert werden.

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