Stadtzürcher bekamen die Hitzewelle im Juni 2017, besonders stark zu spüren. | © poolie [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Stadtzürcher bekamen die Hitzewelle im Juni 2017, besonders stark zu spüren. | © poolie [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Hitzeinsel Zürich – Städter sind ins Schwitzen gekommen

  • Mélanie Guillebeau
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Der diesjährige Juni war der zweitheisseste Juni seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen. Dies bekamen Stadtzürcher, verstärkt zu spüren. Denn Städte werden mangels fehlender Vegetation und offener Flächen sowie einem Überschuss an dunklen Oberflächen zu sogenannten Hitzeinseln.

Diesen Juni ist das Quecksilber im Thermometer auf Höchstwerte angestiegen. Seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen wurden die Juni-Temperaturrekorde, die dieses Jahr geschrieben wurden, erst einmal übertroffen. In der Regel kommen die Leute in der Stadt mehr ins Schwitzen als solche in ländlichen Gebieten – ein Effekt, den man als Hitzeinsel bezeichnet.

Zürich wurde zur Hitzeinsel

Wie Untersuchungen von Gianluca Mussetti, ein Doktorand an der ETH Zürich und an der Empa, zeigen, ist auch Zürich eine solche Hitzeinsel. Dies wird auf einer Wärmekarte verdeutlicht, die die detaillierten Lufttemperaturen im Stadtzentrum anzeigt. Selbst innerhalb der Stadt hat Mussetti relevante Temperaturunterschiede aufgedeckt: Zwischen den heissesten und kühlsten Orten der Hitzeinsel lagen bis zu drei Grad. Dabei sorgten vor allem der See und die Limmat für Kühlung. Im Stadtzentrum fehlte es an der nötigen Luftzirkulation, weshalb dort Höchsttemperaturen gemessen wurden.

Hitzeinseleffekt in Zürich während der Hitzewelle im Juni 2017: Stadtplan von Zürich mit den modellierten mittleren Lufttemperaturen zwei Meter über Boden um sechs Uhr morgens am 22. Juni. | © Gianluca Mussetti / ETH Zürich / Empa
Hitzeinsel-Effekt in Zürich während der Hitzewelle im Juni 2017: Stadtplan von Zürich mit den modellierten mittleren Lufttemperaturen zwei Meter über Boden um sechs Uhr morgens am 22. Juni. | © Gianluca Mussetti / ETH Zürich / Empa

Zu viel schwarz, zu wenig grün

Für das Phänomen der Hitzeinseln gibt es verschiedene Gründe. Zum einen hat es in Städten mehr dunkle Oberflächen (z.B. Strassen, Dächer), die Sonnenlicht und somit Wärme absorbieren. Weiter gibt es weniger Grünflächen, die zur Kühlung durch Verdunstung beitragen würden. Und zum anderen sind offene Gebiete rarer gesät, wodurch ein Mangel an Durchlüftung entsteht. Insbesondere in der Nacht rauben erhöhte Temperaturen von bis zu sieben Grad der Stadtbevölkerung den Schlaf. Grund dafür ist die Abgabe von Wärme, die tagsüber durch Baustoffe gespeichert wurde.

Forschung soll für Abkühlung sorgen

Folgeuntersuchungen sollen bei der Entwicklung von Strategien helfen, die es erlauben, den Effekt von Hitzeinseln zu mindern. Zudem möchte man Gegenmassnahmen ausarbeiten, die kurzfristig für Abkühlung sorgen (z.B. intelligente Beschattung oder Kühlsysteme unter Strassen und Gehwegen).

Weitere Informationen finden Sie in der originalen Medienmitteilung des Bundes

 

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