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Heute ist Welt-Wildtiertag!

  • Nicole Wabersky
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Die Vereinten Nationen haben den 3. März erstmals zum Welt-Wildtier-Tag erklärt. Die Organisation Pro Wildlife nimmt dies zum Anlass, auf den millionenfachen legalen Raubbau an Wildtieren hinzuweisen. Während sich Regierungen oft darauf beschränken, den illegalen Handel mit streng geschützten Wildtieren wie Elefanten, Nashorn und Tigern zu bekämpfen, wird der blühende legale Handel selbst mit bedrohten Wildtieren kaum in Frage gestellt. Pro Wildlife fordert einen Paradigmenwechsel – hin zu einem präventiven Artenschutz.

„Die Staatengemeinschaft muss umdenken, wenn es um das Geschäft mit Wildtieren geht“, sagt Sandra Altherr von Pro Wildlife. „Wenn nur der Handel mit einigen wenigen Arten verboten ist und so viele andere weiter geplündert werden, hinkt der Artenschutz immer hinterher. Stattdessen sollte die Staatengemeinschaft die Beweislast umkehren: Der Schutz der Biodiversität muss Vorrang haben“.

Nach der derzeitigen internationalen Rechtslage dürfen Tiere und Pflanzen unbegrenzt gehandelt werden, wenn sie nicht durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) geschützt sind. Ob das weltweite Geschäft mit einer Art verboten oder nur eingeschränkt wird, entscheidet die Staatengemeinschaft in regelmäßigen Konferenzen. Dazu muss wissenschaftlich nachgewiesen sein, dass der Handel die Bestände gefährdet.

Für Tausende Tier- und Pflanzenarten, die nicht in den CITES-Anhängen gelistet sind, gilt hingegen: Sie sind vogelfrei. Der Handel mit ihnen wird nicht einmal erfasst oder reglementiert – auch wenn das dazu führen kann, dass ganze Populationen geplündert und Arten an den Rand der Ausrottung getrieben werden.

Dennoch hat in einigen Ländern schon ein Umdenken eingesetzt. So hat Indonesien kürzlich Manta-Rochen unter Schutz gestellt, um den Tauchtourismus zu fördern. Auch Kenia und Costa Rica bauen auf ihre lebende Tier- und Pflanzenwelt als Touristenmagnet. Für sie ist klar: Lebende Tiere sind mehr wert als tote.

Pro Wildlife

Bild: Esculapio (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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