Erntereifes_Sojafeld

Herbizidrückstände vergiften Soja

  • Sophie Ryser
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In Südamerika wird besonders viel Soja angebaut, und davon sind ein Grossteil gentechnisch veränderte Pflanzen. Meist sind diese gegen das Herbizid Glyphosat resistent. Damit kein Unkraut wächst, wird das Sojafeld grosszügig mit Glyphosat eingesprüht, die Sojapflanzen überleben, das Unkraut stirbt ab. Ein Labor der Universität Buenos Aires hat nun Sojabohnen aus Argentinien auf Rückstände von Glyphosat überprüft.

Dazu wurden von Gentechnik-Experten des Vereins Testbiotech aus München mehrere Proben von verschiedenen Feldern entnommen. Es wurden immer Bohnen von mehreren Pflanzen entnommen, um Schwankungen und Ausnahmen auszugleichen. Die Universität übernahm die Analyse. Dabei wurden hohe Pestizidrückstände gefunden, so hoch, dass die Proben erneut geprüft wurden. Die Ergebnisse wurden aber bestätigt, sieben von elf Proben überschritten den von der Welternährungsorganisation FAO festgelegten Grenzwert von 20 Milligramm pro Kilogramm Soja. Der höchste Wert lag bei knapp 100 Milligramm.

Laut Testbiotech sei dieser Grenzwert aber sowieso sehr hoch angesetzt. Für andere Herbizide gilt meist ein Grenzwert von 0,1 Milligramm pro Kilo. Dies, weil Glyphosat als wenig giftig gilt, doch ob das stimmt, wird derzeit heftig diskutiert.

Soja aus Südamerika wird hauptsächlich als Tierfutter verwendet. Wie sich die Rückstände auf die Tiere auswirken, und ob diese auch bis zum Menschen gelangen, ist nicht bekannt. Dass die Umwelt in den Produktionsländern durch die Pestizide massiv geschädigt wird, kann aber kaum in Frage gestellt werden. Es ist auch wahrscheinlich, dass die Unkräuter zum Teil Resistenzen gegen das Herbizid entwickelt haben, und die Bauern deshalb immer mehr davon spritzen. In der Schweiz wird zwar (noch) kein Gentech-Soja an Tiere verfüttert, allerdings könnte sich das bald ändern (wir berichteten). Und wer Fleisch aus dem Ausland konsumiert, kann fast sicher sein, dass das Tier mit Gentechnik und somit Glyphosat in Kontakt gekommen ist.

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Bild: Helge Höpfner [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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