Feldhäcksler_vor_Maisfeld_2011

Herbizide ohne Ende dank Gentechnik

  • Sophie Ryser
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Gentechnik soll eigentlich helfen, die Ernährung der Menschheit auch in Zukunft zu sichern. Das müsste bedeuten, dass Pflanzen hergestellt werden, welche zum Beispiel auch bei widrigen Umweltbedingungen noch wachsen. Nun wurde aber eine Studie vorgestellt, welche zeigt: Von 55 gentechnisch veränderten Pflanzen, welche auf eine Zulassung in der EU warten, sind 48 resistent gegen Herbizide. Nur zwei sollen besser mit Hitze oder Trockenheit umgehen können. Und ob diese das wirklich schaffen, ist jetzt schon unsicher.

Dies berichtet der „Informationsdienst Gentechnik“. Die Daten gehen aus der Studie des Experten Christoph Then hervor. Das Problem an der Sache ist, dass sich durch die ständige Belastung mit Herbiziden auch die Unkräuter anpassen und mit der Zeit resistent dagegen werden. Deshalb werden Pflanzen erzeugt, welche gegen mehrere Herbizide gleichzeitig resistent sind. Damit werden auch mehrere Pflanzengifte auf einmal gespritzt, damit auch wirklich keine Unkräuter mehr überleben. Dies belastet nicht nur die Umwelt extrem, es führt auch zu einem Teufelskreis, wenn sich die Unkräuter erneut anpassen.

Von den zwei transgenen Pflanzen, welchen Eigenschaften gegen Dürre und Hitze eingebaut wurden, scheiterte eine schon an den Antragsformalitäten. Die andere, eine Maispflanze von Monsanto, konnte nicht eindeutig beurteilt werden. Testergebnisse seien aber „ernüchternd“ ausgefallen. Es gebe auch konventionell gezüchtete Pflanzen, welche mit Trockenheit umgehen können und trotzdem noch Erträge liefern.

Nach Ansicht von Then hat die Gentechnik nichts mit einer Verbesserung der Landwirtschaft, sondern mit einem „Krieg gegen die Natur“ zu tun, wie der Informationsdienst Gentechnik schreibt. Denn die Gentechnik-Konzerne hätten prognostiziert, dass bis 2003 dürreresistente Pflanzen und bis 2006 Ertragssteigerungen durch die Gentechnik zu verzeichnen sein werden. Und trotzdem wird noch heute fast nur auf herbizidresistente Pflanzen und Gift gesetzt. Die konventionelle Zucht wird dabei von den wenigen grossen Konzernen wie Monsanto oder Syngenta systematisch verhindert.

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Bild: 4028mdk09 [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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