Herausforderung Stickstoff

  • Monika Jung
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KuhEine neue Arbeit zu Stickstoff zeigt, dass die umweltrelevanten Stickstoffverluste mit der Weiterführung der bis heute eingesetzten Anreizsysteme bis 2020 um 9-11% zurückgehen werden. Bundesrat und Parlament machen im Rahmen der Weiterentwicklung der Agrarpolitik Vorschläge, welche einen positiven Einfluss auf die Stickstoffemissionen der Landwirtschaft haben. Gleichzeitig muss die Forschung im Umfeld Stickstoff-Landwirtschaft-Umwelt verstärkt werden.

Beim Stickstoffkreislauf in der Landwirtschaft (Pflanze – Nutztier – Hofdünger) treten teilweise unvermeidbare Verluste auf, die in Luft und Wasser verfrachtet werden und in zahlreichen Ökosystemen Beeinträchtigungen hervorrufen. Als Ammoniak gelangt Stickstoff beispielsweise über die Luft in Moore und Wälder, was dort einen unerwünschten Düngungseffekt hat. Als Nitrat wird die Qualität von Trinkwasser beeinträchtigt und Meere können via Zuflüsse eutrophiert werden und als Lachgas trägt Stickstoff  zum Klimawandel bei. Die Landwirtschaft ist die die Hauptemittentin von Stickstoff, deshalb kommt ihr eine spezielle Verantwortung zur Erreichung der nationalen Umweltziele im Stickstoff-Bereich zu. Zusammen mit dem Bundesamt für Umwelt BAFU hat das Bundesamt für Landwirtschaft BLW verschiedene Studien in Auftrag gegeben, um Wissenslücken beim Themenkreis Stickstoff-Landwirtschaft-Umwelt zu identifizieren und für die zukünftige Forschung zu priorisieren.

Eine Arbeit der ETH Zürich schätzt mit einem ökonomischen Optimierungsmodell die Möglichkeiten agrarökologischer Fortschritte der nächsten Reformetappe der Agrarpolitik im Stickstoffbereich bis im Jahr 2020 ab. Unter den von der Studie berücksichtigten Massnahmen hat der Einsatz des Schleppschlauchverteilers die grösste Wirkung, die umweltrelevanten Stickstoff-Emissionen zu reduzieren. Aber auch der Einsatz von Futtermitteln mit reduziertem Stickstoffgehalt bei den Schweinen, die Abdeckung der Güllelager, emissionsarme Stallsysteme sowie die Gülleverdünnung mit Wasser können einen Beitrag zur Reduktion der Stickstoff-Emissionen leisten.

Die Ergebnisse zeigen, dass das mit den beschriebenen Massnahmen umsetzbare Reduktionspotential (9-11%) relativ bescheiden ist. Deshalb gewinnen die Vorschläge von Bundesrat und Parlament an Bedeutung: die Überprüfung der Suisse-Bilanz, die Einführung von Ressourceneffizienzbeiträgen und die bessere Zielausrichtung der Direktzahlungen.

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Bild: Ikiwaner/wikimedia

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