Heliskiing: Bazl tolerierte jahrzehntelang illegale Heli-Flüge

  • Redaktion Naturschutz
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Die Heli-Unternehmung Air Zermatt hat ein Strafverfahren am Hals. Zwanzig Jahre lang soll sie in grosser Zahl illegal gelandet und gestartet sein, um Skifahrer auf das Äschhorn zu fliegen. Sie foutierte sich darum, dass sie dabei nicht einen der 42 vom Bund bewilligten Gebirgslandeplätze benutzte. Erst jetzt hat das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) durchgegriffen, nachdem es jahrelang von der illegalen Praxis gewusst haben soll, aber nichts unternahm. Auch im Berner Oberland haben Heli-Unternehmungen ihre Start- und Landekontigente massiv überschritten, was vom Bazl sogar publiziert wurde.

Dass das Bazl in Zermatt jetzt durchgreift, ist auf eine Initiative von Mountain Wilderness zurückzuführen. Diese fordert zusammen mit anderen Umweltorganisationen ein generelles Heliskiing-Verbot in der Schweiz, wie das in Deutschland und Frankreich bereits der Fall ist. Auch in Österreich ist das Heliskiing, das die Bergfauna beeinträchtigt und auch die Menschen stört, massiv eingeschränkt. Doch die Politiker sehen keinen allzu grossen Handlungsbedarf – der Nationalrat hat eben eine dementsprechende Motion auf später verschoben.

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