strassberg

Hat der schweizerische Alpenraum Zukunft?

  • Nora Kieselbach
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Dies fragt sich der im Kanton Graubünden gegründete Verein für Raumentwicklung, Kultur und Landschaft (RAKUL), denn in der Schweiz gehen jährlich 12’000 Hektaren landwirtschaftliche Nutzfläche durch Verbuschung und Verwaldung verloren. Eine Studie zeigt, dass jeder fünfte Bergbauer in den letzten zehn Jahren seinen Betrieb aufgegeben hat – und viele weitere Schliessungen sind vorprogrammiert.

Die heute bestehenden Gebäude in den Bergregionen haben ihre ursprüngliche Funktion verloren, dürfen aber wegen der restriktiven Raumplanungsgesetzgebung nicht umgenutzt werden und zerfallen, obwohl im Tourismus ein Bedarf vorhanden wäre. Die zunehmende Vergandung im schweizerischen Alpenraum ist nicht zu übersehen, wie die Internetseite www.kulturzerfall.ch eindrücklich dokumentiert.

Mit Subventionsbeiträgen des Bundes wird zwar eine Minimalbewirtschaftung sichergestellt, aber gibt es in Zukunft nicht bessere Möglichkeiten? Was passiert, wenn es keine Bauern mehr gibt, die den Wald und das Land bewirtschaften und die Wiesen mähen?

RAKUL liegt das Landschaftsbild, die bestehende traditionelle Baukultur und die wertschöpfende Nutzung der bestehenden Bauten im Maiensäss und Alpenraum am Herzen. Der Verein setzt sich dafür ein, dass bestehende Gebäude genutzt, gepflegt und erhalten werden, und befürwortet eine grossflächige Umnutzung des gesamten Maiensäss und Alpenraums in eine Kulturlandschaft mit schützenswerten Bauten – nach dem Vorschlag des Kanton Tessins. So würde auch die heutige architektonische JeKaMi-Bautätigkeit unterbunden, die Alpregionen würden unter Schutz gestellt und trotzdem könnte das wirtschaftliche und  touristische Potential genutzt werden.

RAKUL unterstützt daher neue Ansätze zur Pflege der Landschaft und dem Eindämmen der Verbuschung und Verwaldung. So könnte beispielsweise jeder Besitzer eines Maiensässes anstelle einer Gästeabgabe in einen Landschaftspflegefond einzahlen, womit landschaftspflegerische Tätigkeiten finanziert werden könnten.

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RAKUL

Bild: © RAKUL

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