Handy als Rohstofflager

  • Caroline Nienhuis
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handyRund acht Millionen unbenutzte Handys lagern in Schweizer Haushalten. Von den jährlich 2,8 Millionen verkauften Geräten werden nur gerade 15 Prozent recycliert, berichtet „forschung.ch“.

Recycling lohnt sich, denn die heutige Miniaturisierung von Handys ist nur dank seltenen Materialien möglich. Neben Edelmetallen sind exotische Metalle wie Gallium, Indium und Tantal wichtig für die Handyherstellung. Das Problem ist, dass bei einer weltweiten Rücklaufquote von etwa drei Prozent nur wenig Material in den Stoffkreislauf zurück findet. Gemäss einer Studie könnte der Jahresbedarf an seltenen Metallen für ausgewählte Zukunftstechnologien in 2030 ein Vielfaches höher sein als 2006. Ein Engpass könnte vorprogrammiert sein.

Recycling ist deshalb unumgänglich aber nicht einfach. Bis jetzt verfügt keines der Schweizer Elektrorecycling-Unternehmen über das Know-how und die Infrastruktur, um seltene Metalle aus Handys zurückzugewinnen. Zudem können laut „forschung.ch“ nicht alle Metalle gleich effizient wiedergewonnen werden. Einige wenige Firmen in Europa, wie die Belgische Umicore, besitzen die Technologie und können eine hohe Rückgewinnungseffizient vorweisen.

Damit Zukunftstechnologie wie Elektromobile und Windturbienen wegen Mangel an seltenen Metallen nicht zum Erliegen kommen, müssen Stoffkreisläufe geschlossen werden. Unter anderem sollen die Hersteller laut „forschung.ch“ konsumentenfreundliche Rücknahmesysteme anbieten und auf die recyclinggerechte Gestaltung von Produkten achten.

forschung.ch Bericht


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