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Haie in Australien auf der Abschussliste

  • Sophie Ryser
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Besonders die Westküste Australiens ist ein Paradies für Surfer. Doch auch diverse Haiarten leben in diesen Gewässern. Hin und wieder kommt es zu Angriffen, hauptsächlich weil die Haie die auf ihren Brettern paddelnden Surfer mit ihrer Beute verwechseln. Darauf reagierte Australien mit einer Ausnahmegenehmigung, welche den Abschuss von Haien, die sich zu nahe an Badegewässern aufhalten, erlaubt. Nun wurde gestern der erste Hai getötet, wie welt.de berichtet.

An der Küste von Meelup Beach wurden Leinen mit Ködern ausgelegt, an welchen sich ein weiblicher Tigerhai verfing. Als ein Fischer die Leine kontrollierte, wurde der Hai mit vier Schüssen in den Kopf getötet. Nicht nur Tigerhaie, auch Bullenhaie und die gefährdeten Weissen Haie stehen auf der Abschussliste. Die toten Tiere sollen wieder ins Meer zurückgeworfen werden.

Umweltschützer kritisieren dieses Vorgehen stark. Denn Haie sind keine blutrünstigen Monster, wie ihr Ruf häufig vermuten lässt. Angriffe auf Menschen sind äusserst selten; 2012 zum Beispiel wurden weltweit 80 Attacken auf Schwimmer und Surfer registriert, davon endeten nur sieben tödlich. Viel gefährlicher ist der Mensch für den Hai: jedes Jahr werden bis zu 100 Millionen Haie durch den Menschen getötet, unter anderem zum Verzehr. Viele Haie sind dadurch vom Aussterben bedroht.

Zudem ist fraglich, ob die Tötung der Haie wirklich Erfolg bringt, wie welt.de schreibt. Denn auf Hawaii wurden einst 4500 Haie getötet, um die Strände sicherer zu machen. An der Zahl der Angriffe hat sich aber nichts geändert. Weiter könnten die ausgelegten Köder eher zusätzliche Haie anlocken, was zu vermehrten Attacken führen könnte. Und wenn zum Beispiel die Weissen Haie dezimiert werden, wird diese Lücke einfach von den Bullenhaien besetzt.

Der Ministerpräsident von Western Australia, Colin Barnett, will mit diesem Vorgehen Surfer und Schwimmer an den beliebten Stränden schützen. Das Vorgehen scheint aber weder gut durchdacht noch besonders nachhaltig wirksam. Umweltaktivisten sind auf jeden Fall bereit, dafür zu kämpfen, dass diese Jagd schnellstmöglich gestoppt wird.

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Bild: Terry Goss [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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