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Hahnensee-Bahnprojekt abgelehnt

  • Nicole Wabersky
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Der Bund teilt die Bedenken der Umweltorganisationen zur Hahnenseebahn im Oberengadin. Die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission ENHK und das Bundesamt für Raumentwicklung ARE kommen zum gleichen Schluss wie die Umweltorganisationen: Eine geplante Erschliessung des Hahnensees verursacht zu grosse Konflikte mit Natur und Landschaft. Sie fordern aufgrund der negativen Rückmeldungen der Bundesstellen eine Abkehr vom geplanten Vorhaben.

Pro Natura, WWF und die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz sind erfreut und erleichtert, dass die massgeblichen Bundesstellen das Hahnensee-Projekt gleich beurteilen wie die Umweltorganisationen und die Anpassungen des kantonalen Richtplans grösstenteils ablehnen. Der Bau der Bergbahn, Pisten und Beschneiungsanlage am Hahnensee wäre gemäss Eidgenössischer Natur- und Heimatschutzkommission ENHK ein schwerwiegender Eingriff in die national geschützte Landschaft.

Das Projekt sei mit den Schutzzielen dieses BLN-Objektes nicht vereinbar, urteilt die ENHK. Auch das Bundesamt für Raumentwicklung ARE und das Bundesamt für Umwelt BAFU sind gemäss ihren Stellungnahmen nicht bereit, den Landschaftsschutz bedingungslos den wirtschaftlichen Interessen des Tourismus zu opfern.

Dem Vorhaben wird keine nationale Bedeutung zugemessen, die rechtfertigen würde, dass dafür die gesetzlich geforderte ungeschmälerte Erhaltung des Schutzgebietes verletzt werden dürfte. Damit stärkt der Bund den Schutz wertvoller Landschaften auch innerhalb von grossen Tourismusdestinationen.

Weitere Informationen

Stiftung Landschaftsschutz Schweiz SL

Bild: Orion666 (Own work) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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