© mountain wilderness
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Hängebrücke im Widerspruch zur Raumplanung

  • Roman Vonwil
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Am Freitag, 24. Oktober 2014 wurde im Skigebiet Glacier 3000 bei Les Diablerets eine Hängebrücke eingeweiht, die zwei Gipfel verbindet und den Besuchern_innen des Skigebiets einen Gipfelrundgang ermöglichen soll. Der Verein mountain wilderness protestiert gegen das Projekt und kritisiert es als den grundlegenden Prinzipien der Raumplanung widersprechend.

Die neu eingeweihte über 100 Meter lange Hängebrücke verbindet zwei Gipfel des Scex Rouge und bietet laut den Betreibern einen einzigartigen Ausblick auf die Alpen. Wie mountain wilderness in einer Medienmitteilung schreibt, diene die Brücke nur dazu, „einer gesättigten Spassgesellschaft auf knapp 3000 m zu einem weiteren Adrenalinkick zu verhelfen.“ Der Verein kritisiert auch das restliche Angebot des Skigebiets, das nur auf Spektakel und Sensation ausgerichtet sei, und machte mit einem Transparent an der Brücke auf das Thema aufmerksam.

Problematisch sei das Errichten eines „Alpinen Disneylandes“ ausserhalb der Bauzone, was gegen die Grundsätzen des Raumplanungsrechts und insbesondere gegen das Gebot zur Schonung der Landschaft verstosse. Dies geschehe mit dem Segen der Behörden und der Politik. Es sei nicht Aufgabe der Naturschutzorganisationen, den Rechtsvollzug sicherzustellen, sondern die Pflicht der Behörden. Mit Bauwerken dieser Art, die nur kurzfristige Attraktionen bieten, gehe schlussendlich auch die Landschaft als eigentliches Kapital des Schweizer Tourismus verloren.

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